Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1905)
- Article
- Marburg
- Date
- 1905-12-01
- Page
- 662 (sequence 2)
- Language
- German
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682 Jur deutschen Reich. klärte in ei*et Versammlung zu Fronhausen, Br. Böhme mache als Beamter des Bundes der Landwirte nur den Platzhalter für dm Direktor des Bundes der Landwirte, Br. Diedrich Hahn. Man darf gespannt sein, was Herr Dr. Böhme darauf zu antworten haben wird. Weiter erklärte Herr Bruhn „auf das allerbestimmteste", die Reformpartei habe mit der Kandidatur Br. Böhme nicht das geringste Zu tun, von reformerischer Seite werde die Proklamierung eines eigenen Kandidaten in nächster Zeit erfolgen. Dresden, 2. Dezember. Die hiefigen antisemitischen Reformer bekennen offen, daß die bei dm letzten Stadtverordnetenwahlen von ihnen in vier Abteilungen erlittenen Niederlagen eine größere Bedeutung haben. Während man den MiLteLstandsleuien erst auf htm konservativen „MtLelfiandstag" ihre Pflichten recht eindringlich ins Gewissen gerufen habe, seien dieselben Wähler hingegangen und hätten sozialdemokratische Wahlzettel in die Urne geworfen. Die sächsischen Gewerbetreibenden merken eben, daß sie unter antisemitischer Führung keine Befferung ihrer Lage erzielen können. ich Eisenach, 1. Dezember. Nach dem amtlichen Ergebnisse der Reichstagsstichwabl im Krebse Eisenach-Dermbach erhielt der Kandidat der Deutschsozialen Partei, Schack, 10 325. der sozialdemokratische Gegenkandidat 8621 Stimmen. Die Mehrheit Schacks betrug somit 1704 Stimmen. Der Erfolg ist ihm durch die gegenseitige Bekämpfung liberaler Kandidaten bei der Hauptwahl wesentlich erleichtert worden, bei dcr Stichwahl aber dadurch, daß nicht mit der nötigen Klarheit und Entschiedenheit auch von den unterlegenen Parteileitungen erklärt wurde: jeder Kandidat ist zu unterstützen, der einen antisemitischen Kandidaten zum Fall bringt, denn ^Antisemitismus ist Anarchismus". Jede Schattierung des Antisemitismus ist gleich staatsZerrüLtlend; wer einen Teil der Bevölkerung zu entrechten strebt, gefährdet alle Teile desselben, unterwühlt die staatliche und gesellschaftliche Ordnung! Das Beispiel Rußlands ist eine rechte Warnung. Vestigia terrent! 0 München, 10. Dezember. Bei j&en diesmaligen GemeLnderatswahlen hatten sich das Zentrum und die protestantischen Konservativen mit den Hausbesitzern verbunden und die unter dem Zeichen des Antisemitismus verbündeten Gegner der Liberalen ließen den antisemitischen Wühler Bichlolawek aus Wien in einer Maffenversammlung die Gegner in beispiellos gemeiner Weise beschimpfen Der bayerische Abg. Br. Heim erging sich ebenfalls in Schmähungen der liberalen Stadtverwaltung Münchenssprach von „Camarilla-SauwirLschast", „Druidensklaven'', „Judensrlaven" usw. und forderte am Schluffe der