Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 11 (November 1905)
- Article
- Der jüdisch-literarische Abreißkalender [Rezension]
- Date
- 1905-11-01
- Page
- 619 (sequence 1)
- Language
- German
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619 KScherscharr. Der jüdisch-literarische Abreißkalender für das Jahr 1906 (5666/67), der von Herrn Rabbiner vr. Heppner in Koschmin bearbeitet, im Verlage von Israel Tuch, dort, erscheint, bringt wiederum auf jedem Blatte das bürgerliche und jüdische Datum, kurze Biographien jüdischer hervorragender Männer und Frauen, Notizen aus der jüdischen Geschichte, Sprüche :c. aus dem biblischen und rabbinischen Schrifttum. Dadurch ist er ein schätzenswertes Mittel, das Interesse für die jüdische Geschichte und Literatur zu wecken und das Selbstbewußtsein der Juden zu kräftigen. Bei der Redaktion ist eingegangen: Der Kalender der Juden. Vollständige Anleitung zu seiner Berechnung für alle Zeiten. Von Prof. A. Kistner in Sinsheim a. E. Verlag der Hofbuchhandlung Friedrich Gutsch in Karlsruhe. Preis broch. Mk. 2,50, eleg. geb. Mk. 3,-. Eingesandt. Die in dem altbewährten Soolbade Königsdorsf-Jastrzemb im Jahre 1890 gegründete israelitische Kinderbeilstätte blickt auf eine 15jährige überaus ersprießliche Wirksamkeit zurück. Infolge der in Oberschlesien herrschenden Genickstarre, die jetzt bereits erloschen ist, wurde von der Königlichen Regierung zu Oppel« die Anordnung getroffen, daß nur solche Kinder ausgenommen werden durften, die durch ein polizeiliches Attest Nachweisen konnten, daß in den letzten vier Monaten in ihrem Wohnhause und in den nächsten Nachbarhäusern Erkrankungen an Genickstarre nicht vorgekommen seien. Der strengen Durchführung dieser Verfügung ist es mit zu verdanken, daß in der Anstalt keinerlei verdächtige Erkrankung sich gezeigt hat, und alle Pfleglinge gestärkt und wohlbehalten die Kinderheilstätten verlassen konnten. Immerhin ist durch diese Einschränkung die Zahl der Pfleglinge in dieser Saison eine geringere gewesen. Während in den Vorjahren die Anstalt 115—120 Kinder beherbergte, haben diesmal nur 94 Kinder Aufnahme gefunden. Bei allen Kindern war ein günstiger Heilerfolg zu verzeichnen. Die Gewichtszunahme betrug durchschnittlich s bis 7 Pfund. Die segensreiche Anstalt wird durch milde Beiträge erhalten und ist der Förderung