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Im deutschen Reich · 1905-11-01 · Heft 11 (November 1905) · p. 610

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 11 (November 1905)
Article
Karlsruhe i. B.
Date
1905-11-01
Page
610 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Im deutschen Reich. 610 boten wurde, die Aufschrift „Jüdischer Besuch höflichst verbeten.'' weiter zu führen. — Der Besitzer des Kölner Hofs in Frankfurt a. M-, Gastwirt H. Laaß, darf leider nach wie vor solchen Unfug weiter treiben. » Wien, 2. November. In dem antisemitischen Wiener „Deutschen Volksblatt" wird nachstehende Erklärung veröffentlicht: „In der Nummer 5703 haben wir wider den Inhaber des Putzgeschäfts I. Aaron in Altona, Reicherstraße 15 und Neubürg 10, die Beschuldigung erhoben, daß derselbe durch Inserate Putzarbeiterinnen und Garniererinnen zur Probe aufnimmt, dieselben nach Absolvierung einer eintägigen Probearbeit ohne Entgelt entläßt und sonach deren Arbeitskraft durch fälschliche Vorspiegelung einer voraussichtlichen Anstellung ausnützt. Herr Aaron hat aus Anlaß dieses Artikels wider unser Blatt die Anklage wegen Vergehens gegen die Sicherheit der Ehre erhoben. Wir geben hiermit die Erklärung ab, daß wir die in der erwähnten Notiz wider Herrn Aron erhobenen Beschuldigungen als auf durchaus unrichtigen Informationen beruhend ihrem ganzen Inhalte und Umfange nach widerrufen und bedauern, der Ehre des genannten Herrn in ungerechtfertigter Weise nahegetreten zu sein." — Das genügt! Uereinsimchrichten. djum 2. April des nächsten Jahres werden hundert Jahre seit dem Ufir Tage v er stoffen sein, an dem Gabriel Riesser, den Emil Lehmann in seinen vor 8 Jahren in dieser Zeitschrift veröffentlichten Aussätzen über „Deutsche Volksvertreter jüdischen Bekenntniffes" „das Ideal eines Deutschen jüdischen Bekenntnisses" nannte, in Altona das Licht der Welt erblickte. Ihm, dem die Gleichberechtigung seiner deutschen Glauberiszenoffen Herzenssache war, der, lange von der Rechtsanwaltschaft ausgeschlossen, dadurch zum begeistertsten und mutigsten Anwalt des Rechts der deutschen Juden wurde, der in seiner Zeitschrift „Der Jude" diesen Namen zu Ehren brachte, stellte einer der größten Judenfeinde, Heinrich von Treitschke, in der „Deutschen Geschichte des 19. Jahrhunderts" das ehrenvolle Zeugnis aus: „Wären alle deutschen Juden wirklich so gesinnt gewesen, wie dieser begeisterte Patriot, dann hätte ihre Gleichberechtigung in unserem weitherzigen Volke keinen Widerstand gefunden."

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