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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 508

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
[Ohne Titel]
Date
1905-09-01
Page
508 (sequence 4)
Language
German
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508 Im deutschen Reich. anschießen, aber nicht töten, und das arme Tier die entsetzlichsten Qualen auszustehen hat, bis der nachgesandte Jagdhund es im Buschwerk oder Röhricht auffindet und es von seinen Leiden erlöst. Wäre es da nicht angebrachter undäiersreundlicher, wenn die Herren, die sich so für die Betäubung der Schlachttiere erhitzen, dafür wirkten, daß vor Beginn einer Jagd alle Hasen und Rebhühner des Reviers gefangen, betäubt und dann erst todtgeschossen würden? Ferner müßten die Gegner der Schächtmethode, wenn sie nicht den Tieren näher stehen als den Menschen, doch mit mindestens derselben Wärme wie für die Schlachttiere dafür eintreten, daß der zum Tode verurteilte Verbrecher, der immerhin so zu sagen auch ein Mensch ist, betäubt werden müßte, bevor er zum Schaffet geführt wird. Ich stelle Ihnen anheim, dieser Anregung Folge zu geben, und gehe nun zu Ihrer Nummer 246 über, in welcher Sie dem zum Abbruch bestimmten sogen. Großen Jüdenhos in Berlin einen von tiefer Empfindung für die bedrückten Juden zeugenden Nachruf widmen. Es werden darin einige der dort befindlichen Gebäude erwähnt u. Zw. ein Kurfürstliches Jägerhaus und ein uraltes Berliner Kaufmannshaus. Sodann heißt es in dem Artikel: Der Große Jüdenhos wurde im 13. Jahrhundert als verschließbarer Wohnsitz für die Juden eingerichtet, weil unsere Vorfahren verständige Leute waren. Heut ist das anders, und wenn wir noch einige Jahrzehnte warten, so werden wir es vielleicht erleben, daß die Christen eingeschossen werden. Es ist mir nun nicht ganz klar, was das Kurfürstliche Jägerhaus in dem Jüdenhofe zu suchen hatre, und ob etwa von dort Jagden auf die eingeschlofsenen Juden abgehalten wurden, es berührt mich aber äußerst wohltuend, daß Sie Ihre Vorfahren für verständige Leute erklären, weil sie den Juden einen verschließbaren Wohnsitz einrichteten, um sie gegen den blut- und beutegierigen Pöbel zu schützen. Leider scheinen nur nicht alle Vorfahren so verständig gewesen zu sein, da sonst solche Schuhmaßregeln nicht erforderlich gewesen wären. Uebrigens ist Ihre Befürchtung, noch einige Jahrzehnte warten zu müssen, um es vielleicht Zu erleben, daß Christen eingefchloffen werden, unbegründet. Dies ist, wie Ihnen das oben angeführte doppelte Kleeblatt

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