Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-09-01
- Page
- 506 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316736-2335536--14262-2335619- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
506 Im deutschen Reich. mit, daß er von Jugend auf evangelischen Glaubens sei. Die Freude war also etwas verfrüht." Ich entnehme hieraus, daß Sie in einer vorangegangenen Nummer dies allerdings unter gegenwärtig' n Verhältnissen nicht recht glaubliche Ereignis zu früh bejubelt haben und nun in den vorstehenden Zeilen Ihrem Mißmut darüber Ausdruck geben, daß die schönen Worte: Gleiches Recht für Alle, Hat justitia. pereat mundus, justitia fimdamentum regnorum. Gleiche Pflichten gleiche Rechte usw. in Wirklichkeit so wenig Geltung haben.- Ich darf das umsonuhr annehmen, als Sie gemäß Ihrem Wahlspruche: „Für deutsche Art" (denn das ist doch deutsche Art) fest und treu auf dem Boden der Bibel stehen, welche sagt: Mos. II 22, 28: „ III 19, 33: „ Ml 19, 34: „ HI 34, 22: „ 11! 25, 35: „ IV. 15, 16: Einen Fremdling kränke und bedränge nicht. Wenn bei Euch ein Fremdling weilet in Eurem Lande, so sollt Ihr ihn nicht drücken. Wie der Eingeborene unter Euch sei der Fremdling, der bei Euch weilet, und Du sollst ihn lieben nne Dich selbst. Ein Recht soll bei Euch sein, der Fremdling sei wie der Einheim sche. Und so bei Dir Dein Bruder verarmt, so greise ihm unter die Anne, dem Fremdling wie dem Einheimischen. Ein Gesetz und ein Recht sei für Euch und für den Fremdling, der unter Euch weilet. Daß Sie aber uns Juden nicht als Fremdlinge betrachten, bekunden Sie offenbar in einem anderen Artikel derselben Nr. '91 mit der Ueberschnft: Der Geschäftsbericht unserer „Mitbürger". Gemeint ist damit der Cer tral-Venia deutscher Smatsbürger jüdischen Glaubens, welchem auch ich als Mitglied angehöre, und ich finde cs sehr anerkenrenswnl, daß Sie nicht gleich un'eren Gegnern unsere Mnbürgcrsckaft in Abrede stellen, sondern dieselbe noch turch Gänsefüßchen besonders hcrvorheben. Ich kann es Ihnen auch nachempfunden, daß Ihnen unsere Mitbürgnschaft angenehmer sein mag, a s dicj nige der nichtjüdischen „Mitbürger", deren Personalien Sie in derselben Nr. 94 bringen, und zwar: