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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 497

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
Ehrengäste
Date
1905-09-01
Page
497 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Bücherschau. 497 Ehrengäste. Heber die Zustände in dem antisemitischen Nordseebad Borkum wird der „Frankfurter ZLg." berichtet: „Im Anschluß an den Bericht im 5. Sonntagsblatt vom 27. August über die antisemitischen Heldentaten gegen einen jüdischen Bilderhändler macht man uns auf ein Bild in der Scherlschen „Woche" aufmerksam. Es zeigt das sogenannte „schwarz-weiß-grüne Regiment von Borkum/ das heißt die zu antisemitischen Radauzwecken bestehende Organisation halbwüchsiger Jungen „besserer" Kreise, die sich im Falle des insultierten Bilderhändlers besonders hervortat. Inmitten der großenteils schon Ziemlich erwachsenen Büblein prangen einige höhere Staatsbeamte, so der Staatssekretär Freiherr v. Richthosen, Eisenbahndirektionspräsident Kranold und andere als „Ehrenaaste". Nach den Textbemerkungen der „Woche" bildet das Regiment eine „Organisation zur körperlichen Kräftigung und vaterländischen Erziehung". Wir gratulieren zum Erfolg!" — Die Leipziger Zeitschrift „Funken" schreibt über jene „Schwarz-weiß-Kompagnie", die sich so vornehmer Protektion erfreut: „Da werden kindliche Gemüter fürs ganze Leben vergiftet, und es wird systematisch eine Unduldsamkeit gegen Andersgläubige groß gezogen. Doch es handelt sich ja nur um Juden, die alle Lasten des Staates mittragen helfen dürfen und müssen und zum Lohn dafür von unendlich vielen Rechten ausgeschlossen werden. Gut, seht ihr in oem Juden nur den Asiaten, behandelt ihn als Fremden, laßt ihn nicht dienen, legt ihm nicht die. Pflichten der germanischen Rasse im deutschen Lande auf. Das kann man nachempfinden, das läßt sich verteidigen. Ihn aber als Staatsbürger zweiter oder noch besser fünfter Klasse behandeln, als weißen Neger, ihn, dessen Rasse zu den besten der Welt gehört, aus dessen Fleisch und Blut der Heiland der christlichen Welt hervorgegangen ist oder sein soll, ist wider alle Kultur, ist Roheit und Ungerechtigkeit, ist Faustrecht." McherschKA- Der Kampf der Juden um ihre Emanzipation in Bayern. Auf Grund handschriftlichen Quellenmaterials von Dr. A. Eckstein, Rabbiner. Fürth 1905. Verlag von Georg Rosenberg. Die heutige Zeit befindet sich in der Beurteilung des geschichtlichen Werdens der sogenannten Emanzipation vielfach in dem

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