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Im deutschen Reich · 1905-09-01 · Heft 9 (September 1905) · p. 494

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 9 (September 1905)
Article
G. C., Breslau
Date
1905-09-01
Page
494 (sequence 2)
Language
German
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494 Im deutschen Reich. Magnat Pückler für die Kosakenwirlschaft schwärmt, muß man diese Begeisterung für die russischen Knuten auch jenen Redakteuren Nachsehen, die schließlich doch nur beweisen, daß Cervantes nach dem Leben geschildert hat, als er dem Don Quixotte den Sancho Pansa zugesellte. F. S., Stettin. Ob die im Seebade Ahlbeck Zwischen dem Kapellmeister der Kurmusik und dem Herausgeber der „Staatsbürger- Zeitung" Wilhelm Brüh n stattgehabte solenne Prügelei in Folge einer unflätigen Bemerkung Bruhns über die Frau des Badedirektors oder wegen einer Auseinandersetzung über die Sozialdemokratie erfolgt ist, scheint uns bedeutungslos. Daß er öffentlich geohrfeigt, zur Erde geworfen und windelweich geprügelt worden ist, hat Herr „Wilhelm Bruhn, Mitglied des Reichstages" in seiner Berichtigung nicht in Abrede gestellt. M. L., Danzig. Gegen den „Die Cholera" überschrrebenen Artikel der „Staatsbürger-Ztg." zu polemisieren, hat wirklich keinen Zweck. Alle Welt weiß, daß diese Pest nur durch Flößer, die aus Rußland kamen, emgeschleppt worden ist und die jüdischen Auswanderer, die dem Zarenreich den Rücken kehrten, damit nichts zu schaffen haben. Die gewaltsame Art, mit der der Antisemiten- Moniteur den Zusammenhang glaubhaft wachen will, ist so bodenlos dumm wie bösartig — man möchte beinahe sagen: bestialisch. In ihrem verblendeten Haß beruft sich die „Staatsbürger-Ztg." sogar auf eine littermijche Jugendsünde Erdmannsdörfers, „Die Juden und die Cholera", ohne zu bedenken, daß doch manche ihrer Leser sich auch erinnern werden, daß dieser Schriftsteller ihren kürzlich bejubelten Abg. Ludwig Werner einen Lügner genannt hat. Bei dem Lesen dieses giftsprühenden Artikels wird wohl auch mancher daran erinnert werden, daß es noch eine schlimmere Seuche als die Cholera gibt, eine Seuche, die auch im finstersten Rußland ihren Herd hat' und von dort weiter verschleppt wird, eine nicht minder ekelhafte Seuche,- die leider auch unser Vaterland verpestet, — den Antisemitismus! Und wenn die „Staatsbürger-Ztg." zum Kampfe gegen die „1000köpfige Hydra" aufruft, so hat sie wohl dabei an die Worte eines Oberstaatsanwalts gedacht, der von dem Treiben der „Sraatsbürger-Z?g." sagte: „Wir müffen dieser Hydra die Köpfe abschlagen, und wenn ihr 1000 nachwachsen sollten." I. L., München. In der dortigen „Neuen Freien Volkszeitung" wurde am 7. Juli d. Js. berichtet, die New-Uorker Polizei, der es aufgefallen war, daß einer Synagoge viele Andersgläubige zuströmten, habe darauf entdeckt, daß in der Andachtsstätte der Rabbi mit der Ge-

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