Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 9 (September 1905)
- Article
- Dresden
- Date
- 1905-09-01
- Page
- 491 (sequence 2)
- Language
- German
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VereinsnachrichLen. 491 daß die Aktiengesellschaft „Deutsche Wacht" unter Zirnmermanns Leitung nur Mißerfolge zu verzeichnen hatte. Die „Staatsbürger- Zeitung" nimmt aber in leidenschaftlichster Weise Zimmermanns Partei und bezeichnet die „Deutsche Volksmacht", mit der sie Jahre hindurch an einem Strange zog, als „Skandalblatt". Der olle ehrliche Berliner Antisemiten-Moniteur ist ja bekanntlich jedem Skandal abhold! ± Leipzig, 2. September. Der Schriftsteller A. O. Weber, der im Verlage von Rothbart in Leipzig eine Sammlung von Satiren unter dem Titel „Durch die Lupe" hat erscheinen lassen, hat der Redaktion der „Fr. D. Presse" gegenüber erklärt, er lege Wert auf d e Feststellung, daß er nicht antisemitisch gesinnt sei. Diese Erklärung erfolgte, weil einige Stellen der Gedichtsammlung zu dieser Mißdeutung der Gesinnung Anlaß gegeben hatten. # Meiningen, 3. September. Nach Unterschlagung von 36 600 Mark erschoß sich hier am 18. v. Mts. der Kreiskassierer Kirsch, der sieben Iah-en hindurch durch eine geschickt verdeckte Buchführung die Revisoren zu täuschen wußte. DieserKirsch hat seme antisemitische Gesinnung stets so lebhaft bekundet, daß ihn einmal der Besitzer eines hiesigen Hotels, aus dem die jüdischen Gäste wegen seines Verhaltens fortblieben, ersuchte, sich anderwärts lästig zu machen. cf Wien, 2. September. Die Rekursbeschwerde des hiesigen Stadtrats gegen die von der Statthalterei verfügte Aufhebung des von ihm beschlossenen Schächtverbots ist am 16. August d. I. durch das österreichische Ministerium des Innern abgewiesen und dabei ist nicht nur betont worden, daß dies im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kultus und Unterricht geschehen ist, sondern auch, daß beche Ministerien dem Urteile des Statthalters beipflichten, wonach beim Schächten „von einer Mißhandlung des Tieres oder einer Tierquälerei nicht gesprochen werden kann." Uereirrsrrachrichteu. Abermals sind unserm Central - Verein zwei treue und teure Mitglieder durch den Tod entrissen worden: Im Alter von 53 Jahren ist in Charlottenburg der frühere Inhaber der Bankfirma Louis Steinthal jr.; Herr Martin Simon, nach kurzer Krankheit verschieden. Um die jüdische Gemeinde Berlin hat sich der Verstorbene durch die sachkundige, hingebende und von echter Menschenfreundlichkeit getragene Leitung des Armenwesens große Verdunste erworben. Was er auf diesem Felde geleistet hat, sichert