Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- Th. Z., Magdeburg
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 449 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Diobafiton. 441) „lästigen Ausländern" gegenüber kein Gebrauch gemacht, dann wird auch den deutschen Juden das Zarenreich nicht mehr lange durch die chinesische Mauer des Vorurteils verschlossen bleiben. A. SL. Breslau. Auch die Antisemitenpreffe hat die Versetzung des Eisenbahnsekretärs Stein von Breslau nach Görlitz als „Strafversetzung" aufgefaßt, weil die betreffende Verfügung der Königlichen EisenbahndirekLion bald nach einer Stadtverordnetensitzung erfolgte und der Herr Stein von dem „echt jüdischen Zug" eines Stadtverordneten gesprochen und durch diese antisemitische Aeußerung Aergernis erregt hatte. G. L, Könitz. Daß der „Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband" in Städten, in denen keine judengegnerische Stimmung vorhanden ist, die antisemitische Flagge in die Tasche steckt, sie aber dort herausholt und im Winde flattern läßt, wo er dadurch Anhänger anzulocken hofft, ist uns nichts Neues. Uebrigens hat schon vor einigen Wochen die „Ostd. Tageszeitung" ein „Eingesandt" gebracht, in dem daraus hingewiesen wurde, wie in Könitz die Gründung einer Ortsgruppe des „Deutsch -nationalen Handlungsgehilfen-Berbandes^ angestellt worden ist. Dabei wurde gesagt: „Hauptsächlich bedient man sich plumper Anzapfungen antisemitischer Art. Abgesehen davon nimmt der genannte Verband insbesondere Stellung gegen die Prinzipale. So wird jedem Mitglied zur Pflicht gemacht, über schlechtes Essen, Behandlung u. s. w. sofort dem. Verbände Mitteilung zu machen. Ein solcher Prinzipal kommt sofort an die schwarze Tafel des Verbandes, welche in dem Verbandsorgan veröffentlicht wird. In einer größeren Stadt Ostpreußens sind die „Deutsch-Nationalen" den Prinzipalen so lästig geworden, daß die letzteren es sich zur Pflicht gemacht haben, kein Mitglied dieses Verbandes zu engagieren. Dies den Herrn Prinzipalen zur Warnung." S. L., Hamburg. Die Bemerkungen, welche das dortige antisemitische „Deutsche Blatt" an die Nachricht knüpfte, daß der Besitzer von Piatrowo-Hauland, Herzberg, seine Wirtschaft mit einem Nutzen von 10 500 Mk. an einen Polen verkauft habe, werden nirgend Eindruck gemacht haben. Schließlich hat der Betreffende sich nur ein Beispiel an den „Rrteutonen" genommen, die in Czewpin und in Schmiege! ihre Besitzungen an polnische Banken mit erheblichem Nutzen verkauft haben. Daß selbst manche eifrige Mitglieder des Oftmarken-Nereins derartige Verkäufe an Polen bewirken, wenn diese ihnen höhere Preise als deutsche Käufer zahlen, ist mehrfach behauptet und nicht Widerrufen worden. Der plötzliche Abschied, . den