Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 8 (August 1905)
- Article
- S. K. Berlin
- Date
- 1905-08-01
- Page
- 448 (sequence 2)
- Language
- German
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448 Im deutschen Reich. zu zahlen. Der Bauuntetnehmer ließ aber den angeblichen Detektiv Flock sestnehmen, der sich als der Arbeiter KonstanLin Zaremba entpuppte und für diesen Betrugsversuch einige Wochen später von der Konitzer Strafkammer zu 3 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. M. P., CharlotLenbnrg. Der zum Geh. Regierungsrat ernannte Abteilungsvorsteher im Kgl. Institut für Infektionskrankheiten, Herr Prof. Dr. Proskauer, bekennt sich nach wie vor zum Judentume. M, S., Groß-Lichterfelde. Es ist bezeichnend für das Organ des Abg. Liebermann von Sonnenberg, der doch in Groß- Lichterfelde heimisch ist, daß die „Deutsch - Sozialen Blätter" am 10. Mai d. Js. unter der Spitzmarke „Wenn sonst alle Stränge reißen" berichtete: „Der wegen Meineidsverdacht verhaftete jüdische Dr. Jaspis in Groß-Lichterfelde soü geistig nicht ganz normal fein, sondern an Querulantenwahnsinn leiden. Natürlich, wenn ein reicher Hebräer in die Hände des Staatsanwalts fällt, ist er regelmäßig nicht ganz normal." — Nun, Herr Dr. Jaspis ist kein Jude, kein reicher Hebräer, sondern der So.hn des früheren Generalsuperintendenten von Pommern, was Herrn Liebermann von Sonnenberg um so mehr bekannt fein dürfte, als Herr Dr. Jaspis aller Wahrscheinlichkeit nach auch fein Parteigänger gewesen ist. Th. Z.^ Magdeburg. Der Gesandte der Bereinigten Staaten von Amerika in Petersburg, Lengerke Meyer, hat tatsächlich allen ihm unterstellten Konsulaten mitgeteilt, daß aus Grund des neuen russischen Paßgesetzes allen amerikanischen Bürgern jüdischen Glaubens unbeschränktes Wohnrecht in Rußland zugestanden wird. Dieses Recht wird auch den jüdischen Bürgern anderer Staaten eingeräumt werden müssen, falls diese Staaten zu Rußland im Meistbegünstigungs- Verhältnis stehen. Trotzdem würden wir Ihnen empfehlen, mit Ihrem Reiseplan zu warten, bis die russische Regierung sich amtlich geäuß.rt bezw. deren Vertretung in Berlin sich bereit erklärt hat, Ihren Paß zu visieren. Zunächst bleibt auch abzuwarten, welche Erfahrungen amerikanische Staatsbürger jüdischen Glaubens machen, die im Vertrauen auf das russische Zugeständnis nach Rußland reisen. Unsers Wissens ist die Zahl der russischen Juden, die in Amerika das Bürgerrecht erworben haben, eine sehr große; viele derselben werden den Wunsch hegen, die russische Heimat wiederzusehen und dortige Verwandte aufzusuchen. Werden die Pässe dieser Reisenden visiert, bleiben sie von den russischen Unterbeamten unbehelligt, wird ihnen gegenüber von der „gummiartigen" Ausweisunzsbefugnis angeblich