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Im deutschen Reich · 1905-08-01 · Heft 8 (August 1905) · p. 441

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 8 (August 1905)
Article
Metz
Date
1905-08-01
Page
441 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 441 Krieger nicht verrichtet worden sind. Einem Befehl Sr. Majestät des Kaisers entsprechend, wurde der hiesige Miiitär-Oberpfarrer Herr Friedrich ersucht, ein kurzes Weihegebet zu sprechen. Der Bitte des katholischen Garnisonpsarrers und Geheimkämmerers S. Heiligkeit des Papstes, zur Weihe der Halle gleichfalls reden zu dürfen, wurde nach eingeholter Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers stattgegeben. Wenn auch selbstverständlich in den Reden der Treue und des Opfermutes der im Kampfe Gefallen gedacht worden ist, so lag doch dem Festakte nicht der Gedanke zu Grunde, denselben zu einer gottesdienstlichen Feier für die Gefallenen auszugestalten. gez. Graf Zeppelin." Aut diefen Bescheid hat das Israelitische Konsistorium erwidert: „Metz, den 15. Juli 1905. Euer Hochwohlgeboren beehren wir uns auf die geehrte Zuschrift vom 22. Juni 1905 zu erwidern, daß die dem Konsistorium gewordene Antwort als eine erschöpfende und befriedigende nicht bezeichnet werden kann, namentlich unter Berücksichtigung des Umstandes, daß in den letzten Jahren bei offiziellen Gelegenheiten die israelitische Konfession keine Berücksichtigung gefunden hat. Es muß dies umso mehr befremden, als wir hier in einem Lande wohnen, wo feit mehr denn 100 Jahren, offiziell wenigstens, die jüdische Konfession den andern vollständig gleich gestellt ist. Wir Müssen daher annehmen, daß dieses auf einem Versehen beruht, und leben in der Hoffnung, daß es genügen wird, hierauf hmzuweifen, um in Zukunft ebenso wie andere Konfessionen behandelt zu werden." □ Ballenstedt i. Anhalt, 1. August. Trotzdem in unserer Stadt sich eine jüdische Gemeinde mit 18 Haushaltungen und 59 Seelen befindet, glaubt der hiesige Arzt Or. Max Rosell seine Raturheilanstatt in der 2. Auslage seines Prospekts mit den Worten empfehlen zu dürfen: „Ballenstedt am Harz, die ständige Residenz des Herzogs von Anhalt, ist eine Stadt von 5500 Einwohnern mit rein christlicher Gesinnung." Wir denken von einer „christlichen Gesinnung" besser als von dieser neuen Blüte unverkennbarer geschäfLsaniisewitifcher Ausdrucksweise.. Diese ist nirgends weniger angebracht als in dem Lande, in dem Moses Mendelssohn geboren wurde und Lessen Bevölkerung ohne Unterschied der Konfession der Segnungen der großartigen Siiftungen der Baronin von Cohn-Oppenheim teilhaftig ist. X Treuen i. V., 2. August. Eine Annonce des hiesigen Konfektionshauses Paul Lewin in Treuen t DgU. veranlagte den Inhaber eines hiesigen Warenhauses folgendes Inserat zu erlassen: „Es ist lächerlich, wenn Jemand annonciert, die Preise sind

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