Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- L. R., Berlin
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 377 (sequence 1)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. 377 L. R>, Berlin. Die „Staatsbürger-Ztg." brach-e in letzter Zeit wiederholt Ln ihrem Anzeigenteil folgendes für antisemitische „höhere Staatsbeamte" vielleicht verlockende Angebot: Judenrein: Wohnung im schönsten Teil der Wilhelmstrsße, 4—6 Zimmer. 1200 — 1600 Mk. mit Bad und allem Zubehör, passend für höhe e Staatsbeamten, zum i. Oktober zu vermieten. Angenehme Nachbarschaft. Offerten unter Id. F, 421 Geschäftsstelle d. Ztg. Worin wag wohl die angenehme Nachbarschaft bestehen? 8. G., Berlin. Wir haben s. Z. von dem sofort unalaubwürdig erschienenen Bericht über die Ernennung des Herrn von Goldschmidt-Rothschild zum preußischen Kammerjunker keine Nonz genommen, brauchten deshalb nichts zu berichtigen und haben jetzt auch keinen Anlaß, die Frage zu erörtern, ob wir, wenn eine solche Eruennung eines Gliedes der Rothschild-Familie wirklich erfolgt wäre, darin „Groß Hei! in Israel" erblickt hätten. A. M., Berlin. Herr Prof. Fr. Geiger hat uns unter Hinweis auf seine in der „Allg. Ztg. des Judentums" verösftnNichte A tikel- Serie „Schiller und die Juden" daraus aufmerksam gemacht, daß die Anmerkung aus SAte 253 des vorigen Heftes ^Schiller habe sich kaum mit Juden befaßt", zu beschränken sei. Uebrigens sei der erste Jahrgang des Musenalmanachs im Verlage des Juden Michaelis erschienen. Hur Prof. Fr. Geiger bezeichnet auch die Annahme, daß Oswald Zimmermann der erste gewesen sei, der Spiegelberg für einen Jaden gehalten habe, als eine irrtümliche. O. N., Hamburg. Das Hamburger antisemitische „Deutsche Blatt" hat die Verhandlung des Berliner Kaufmannsgerichts über Zobel contra Pmcus nalü-lich ausführlich besprochen und sich ergötzt, daß ein neuer Termin anberaumt werden mußte, ob ein „Anreißer" als Handlungsgehilfe zu betrachten ist. Zu dieser prinzipiellen Feststellung wären manche im „Anreißertum" bewanderte Antisemiten zweifellos kompetent. R. St,, Frerburg i. Vr. lieber den „Verein Deutscher Studenten^ hat kürzlich der Herausgeber der „Münchener Hochschulnachrichten", v. Salvisberg, in dem akademischen Anzeigenblatt sich wie folgt geäußert: „Auch bedarf es keines großen Wiffens, um zu erkennen, daß der V. D. St. in dieser Bewegung (dem Kampf um die akademische Freibeit) wieder einmal va banquei spielt. Der „Verein Deutscher Studenten" ist bekanntlich ein Nebenprodukt jenes bankrotten Antisemitismus, der die 80er Jahre erfüllte