Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1905)
- Article
- Magdeburg
- Date
- 1905-06-01
- Page
- 363 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 368 anderen Hand lungsgehilsenv er bände in dasselbe radikale Fahrwasser treibt." — Groß-LLrehlitz, 12. Juni. Durch den Tod des am 9. d. M. im 51. Lrbenejchre verstorbenen Justi^rats Max Wohlauer ist die hiesige Synagogengemeinde, deren Vorstand der Verstorbene angehörte, von einem schweren Verluste betroffen worden. Der Dahingeschiedene wirkte als Vorstandsmitglied des jüdischen Literaturvereins für diesen mit regem Eifer und hat unfern Central-Verein zehn Jahre hindurch als Mitglied gefördert. <$> Danzig, 1. Juni. Die „Danziger Zeitung" berichtete am 28. Mai: „Frau Doris Gutkäs, vielfach vorbestraft, stand heute wi derum vor dem Gericht, um sich wegen Betruges zu verantworten. Die Angeklagte wohnte früher im Jäschkentalerwege und betrieb dann in Danzig gemeinsam mit.ihrer Tochter, Frau Anna Freymann, einen Handel mit alten Möbeln und stand unlängst wegen Betruges bei solchen Geschäften vor der Strafkammer, wurte aber fteigesprochen. Jetzt hat sie ein „Christliches Möbelhaus" in der Langgasse eröffnet und hatte sich w"gen Betruges, begangen an Fräulein Klara Siebert. früher in Danzig, jetzt in Warschau, zu verantworten. Die Verhandlung ergab, daß der Betrugsparagraph nicht erfüllt sei. Die weitere Beweisaufnahme wurde eingestellt und bte Angeklagte freigesprochen. Irr dem Urteil wurde aber ausgeführt, daß das Gebaren der Angeklagten gegen Treu und Glauben aufs schärfste verstoße, aber es seien doch nicht alle Merkmale des Betruges erfüllt. Es sei nicht erwiesen, daß Frl. Siebert der Angeklagten alles geglaubt habe". > Pyritz. 4. Juni. Die „jüdischen Banken" kommen bei dem antstemmswen Reichstagsabgeordneten Kröfell zu Ehren. Der Pyritzer landwirtschaftliche Ein- und Verkaufsverein, der in eine Mißwirtschaft hinein geriet und Konkurs anmelden mußte, machte Anstrengungen, den Konkurs wieder aufzuheben. Der Verein schien auch dem Ziel schon ganz nahegerückt zu sein, als im letzten Augenblick die Pommerscke Landesgenossenschaftskasse den Rest ihrer Forderung von 450000 Mark zur Konkursmasse anmeldete. Krösell schreibt hierüber in seinem Blatt „Der Mittelstand": „Wir enthalten uns zunächst jegliLZn Urterls über diese Handlungsweise der Landesgenosftwchafrskaffe und überlassen die Beurteilung ruhig den Genossen selbst. Das eine ist uns nur vollständig sicher, daß niemals irgend eine jüdische Bank der Welt einem Gläubiger gegenüber so gehandelt hätte, wie hier eine Genossenschaftskasse einer Genossenschaft gegenüber gehandelt hat."