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Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 314

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
25. Jahresbericht des Vereins zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalt für jüdische Lehrer in Hannover [Rezension]
Date
1905-05-01
Page
314 (sequence 2)
Language
German
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314 Im deutschen Reich. auch für die Jugend, deren Lehrer und Erzieher diese Jünglinge einst werden sollen. Berlin, Mai 1905. J. 8. Bei der Redaktion ist eingegangen: 23. Bericht über die Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, erstattet vom Kuratorium. Mit einer wiffenschaftlichen Beilage von Dr. E. Baneth. 1905. Gedichte von M. Stengel. E. Pierson's Verlag (Rich. Lincke) Dresden. 1905. Schiller, Die Worte des Glaubens. Die Kanzelreden zum Jahr- Hundert-Gedächtnis des Dichters. Von Rabbiner Dr.J. Loewy. Verlag von Gustav Rothe, Graudenz 1905. M Kingesimdt. Mein Freund Di-. X hat das Examen cum laude bestanden und könnte sich als tüchtiger Chemiker betätigen, wenn er nicht Jude wäre und einen biblischen Namen trüge, was zweifellos die Ursache ist, daß seine monatelangen Bemühungen, eine Anstellung zu erlangen, ergebnislos geblieben sind. Die wenigen Fabriken, die im Besitze von Juden sind, stellen keinen Glaubensgenossen an mit Rücksicht aus ihr antisemitisches Personal, oder sie haben schon für spätere Vakanzen aus Jahre hinaus jüdische Chemiker vorgemerkt. In christlichen Fabriken oder Laboratorien findet ein jüdischer Chemiker erst recht keine Anstellung. Der Leiter einer solchen Fabrik erwidert auf die Bewerbung meines Freundes schriftlich: „Für Sie ist kein Platz bei uns!'' Da ist es kein Wunder, wenn ein junger Chemiker, der nicht die Mittel besitzt, sich selbständig zu machen, zu dem Entschluß gelangt, sich taufen zu lassen. Ohne Mühe findet sich ein Geistlicher, der bereit ist, seiner Gemeinde ein Mitglied zuzuführen und für einen Konvertiten ist auch die Erlaubnis zur Namensänderung leicht erreichbar. Einige Wochen nach einem Besuch bei dem Pastor, der dem die Taufe Nachsuchenden beim Abschied ein Buch zum Nachlesen in die Hand gedrückt hat, erscheint der dadurch genügend vorbereitete Täufling mit zwei Zeugen, einem Christen und einem getauften Juden, in der Privatwohnung des Pastors. Aus einem weiß gedeckten Tisch stehen dort zwei angezündete Altarkerzen und liegt eine Bibel. Eine kurze Ansprache des Geistlichen, Benetzung mit Weihwasser und dann

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