Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1905)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1905-05-01
- Page
- 305 (sequence 3)
- Language
- German
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hei gesagt — in dem Prospekt berichtet wird, daß er an sumpfiger Stelle erbaut und deshalb früher den Namen „Braunloch" bezw. „Braunlach" erhielt. In dem Prospekte ist ausdrücklich S. 6 zu lesen: „Israeliten werden von den Braunlage besuchenden Fremden nicht gern gesehen, deshalb finden dieselben in den Hotels wie auch Privathäufern schwerlich Aufnahme!" Trotzdem wild in demselben Prospekt „Braunlage als Kurort für jeden erholungsbedürftigen Sommerfrischler" empfohlen. Dazu gehören zweifellos viele Juden; diese werden sich aber anderswo bester erholen, als an Orten, die antisemitisch versumpft find! — Aus Karlsbad wird im Jntereste der jüdischen Badegäste berichtet, daß die Inhaber nachstehender Hotels, Häuser und Cafes in der antisemitischen Bewegung hervorgetreten sind: Hotel Morgenstern, National, de Russie, Residenz-Hotel; die Häuser Grillparzer (Alte Wiese), Römischer Feldherr (Neue Wiese), Oclzweig (Marienbaderstraße), Jtalia, Florenz. Germania (Schloßberg), Stadt Warschau, Insel Malta, Rosenstock (Kaiserstraße), Brandenburger Tor (Kreuzstr.), Preußische Krone, Egeria, Diamant, Englische Krone (Egerstr.) und das Cafe Sanesouci. (Wir bitten unsere Leser, uns über unangenehme Erfahrungen, die sie ihres Glaubens wegen irgendwo in Sommerfrischen machen sollten, zuverlässige Mitteilungen zugehen zu lasten. Die Redaktion). Briefkasten der Redaktion. G. L., Berlin. In der Nummer 37 der „Deutsch-Sozialen Blätter" vom 10. Mai d. Js. wurde unter der Ueberschrift „Jüdische Oberbeamte" ein der „Deutschen Hochwacht" entnommener Bericht ihres Posener Vertreters wiedergegeben. Dieser Bericht enthält folgende tendenziöse Behauptungen: „Der Landrat des Kreises Hohenfalza heißt Buresch, früher Baruch. Der Regierungsrat Martins hieß früher Marcus und wohnt ebenfalls in Hohevsalza. Bester wäre es, wenn man gerade in jene Gegend Beamte schickte, denen das Nationalbewußtfein im Blute liegt". Die Unzuverlässigkeit der antisemitischen Berichterstattung wird durch diese Notiz aufs neue bewiesen. Herr Landrat vr. Buresch ist der Sohn eines christlichen Oldenburgischen Eisenbahndirektors. Der Regierungs-Assessor vr. v. Martins der schon vor längerer Zeit nach Berlin versetzt wurde, ist der Sohn des christlichen früheren Direktors der Berliner Anilinwerke.