Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 297

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Stettin
Date
1905-05-01
Page
297 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316727-2316733--13819-2335110
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

tf » V * V [ V * l V w * » 0 W t * über einzelne, bisher im Dunkeln gebliebene Punkte Aufklärung bringen. Eine solche „Pleite" sollte einmal ein Jude machen! L. Bunde i. Ostfr., 1. Mai. Der Präsident der Handelskammer zu Emden übte gegen das einzige jüdische Kammermitglied, unser hiesiges Vereinsmitglied S. van Dyk, die anerkennenswerte Rücksicht, an ihn die Anfrage richten zu lassen, ob er daran Anstoß nehmen würde, wenn eine Kammersitzung auf den 27. April (einen jüdischen Festtag) anberaumt würde, was aus verschiedenen Gründen geboten erscheine. Steinherm in Westfalen, 2. Mai. Unsere Gemeinde beklagt in dem hier verstorbenen Kaufmann A. Weil den Verlust ihres regsten Mitgliedes. Auch verliert in dem Dahingeschiedenen der Central-Verein ein Mitglied, das jederzeit für die Ideen des Vereins begeistert war. Der Verstorbene hat im deutsch-französischen Kriege beim 2. Garde-Regiment gedient und sich in den Schlachten bei St. Privat, Sedan tc. ausgezeichnet. 25 Jahre war er Hauptmann des hiesigen Kriegervereins und der Schützenvereinigung, ein Beweis dafür, wie beliebt er bei seinen christlichen Mitbürgern gemesen. In der Gemeinde war er lange Repräsentanten-Vorsteher. L. Steele, 1. Mai. Auf Veranlassung der Herren Bankier Rindskopf, Lehrer Lilienfeld und stnü. jur. Gottfchalk fand hier am 18. v. Mts. eine Versammlung statt, in der Herr Rechtsanwalt Di-. Herzfeld aus Essen über die Ziele des Central-Vereins referierte. In beredten Worten kennzeichnete der Redner die rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Lage der Juden, um die Notwendigkeit einer Centralstelle zur Abwehr aller gegen die Juden gerichteten ungerechten Angriffe darzutun. Die bisherigen Erfolge hätten gezeigt, daß der Verein auf den verschiedensten Gebieten die berechtigten Interessen der jüdischen Staatsbürger zu schützen gewillt und im stände sei. Er habe sich Geltung und Gehör bei den Spitzen der Verwaltung zu verschaffen verstanden und die Zurücknahme mancher das Recht der jüdischen Staatsbürger verletzenden Maßnahmen erwirkt. Als Sammelpunkt aller derer, die entschlossen sind, ibre heiligen Menschenrechte sich und den nachfolgenden Geschlechtern zu erhalten, und wo es nötig ist, zu erkämpfen, als Stütze der Schwachen oder unschuldig Bedrängten verdiene der Central-Verein die Sympathieen aller derer, die sich die Hoffnung auf den endlichen Sieg der Wahrheit und des Rechtes in noch so schweren Zeitläuften bewahrt haben. Indem der Verein keine Sonderrechte für die jüdischen Staatsbürger erstrebe, sondern lediglich ihr durch die Verfassung gewährleistetes Recht schützen wolle, fei eine Tätigkeit ebenso ersprießlich für das gesamte deutsche Kultur-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.