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Im deutschen Reich · 1905-05-01 · Heft 5 (Mai 1905) · p. 295

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 5 (Mai 1905)
Article
Berlin
Date
1905-05-01
Page
295 (sequence 5)
Language
German
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gehen die Aussagen auseinander. Die Verteidigung des Angeklagten hat Justizrat Wronker übernommen. Die sogenannte Pückler-Vereinigung hat an den neuen Minister des Innern das Ersuchen gestellt, der Eingabe um Redefreiheit für den Grafen Pückler, die von dem früheren Minister von Hammerstein unbeantwortet geblieben ist, Gehör zu schenken. „Euer Exzellenz," so meinen die Pücklersreundc, „würden sich dadurch die Sympathien von Hunderttausenden deutscher Staatsbürger erwerben." Die Zahl der Pücklersreundc wird von dem Minister wohl wesentlich niedriger taxiert werden. Gemäß § 15 der neuen Satzungen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes soll am Montag, den 12. Juni, vormittags 10 Uhr zu Frankfurt a. M., im Saale der „Frankfurt-Loge", Eschenheimer Landstr. 27, der X. Deutsch-Israelitische Gemeindetag beginnen und werden die Verhandlungen am Dienstag, den 13. Juni d. Js., vormittags fortgesetzt werden. Auf der Tagesordnung stehen: Formalien und Bericht, Gründung eines Gesamtarchivs der deutschen Juden, Religionsunterricht und die damit zusammenhängenden Fragen, Bezirksrabbinate, Wanderbettelei und Arbeitsstätten, Fürsorge für geistesschwache Kinder, Satzungsänderungen, Zusammenschluß jüdischer Handwerkervereine, Propaganda, religiöse Fürsorge für jüdische Strafgefangene, die Verwendung der Zunz-Stiftung des D. I. G. B. und Wahlen. — In demselben Lokal findet am Sonntag, den 11. Juni, abends 8 Uhr eine Dorversammlung statt. Der im Frühjahr 1904 begründete „Verband der Deutschen Juden", dem nunmehr fast ausnahmslos alle größeren jüdischen Gemeinden und sonstigen Verbände beigetreten find, hat in Berlin einen ständigen Ausschuß gebildet. Die Tätigkeit des letzteren erstreckt sich unter anderem auf Wahrung der Rechte der Juden bei der für Preußen vorbereiteten Schulreform; ferner ist eine im ganzen Reiche veranstaltete Umfrage im Gange über Zurücksetzungen, welche Juden ihres Glaubens halber in den verschiedenen Zweigen der Staats- und Kommunalverwaltung, im Zivil- und Heeresdienst erleiden. Besonders in's Auge gefaßt ist hierbei auch eine aktenmäßige Feststellung des Ausschlusses jüdischer Bürger vom Schöffen- und Geschworenendienste. Der Verband plant für den Oktober 1905 eine öffentliche Hauptversammlung. Magdeburg, 2. Mai. Abermals hat unsere Gemeinde einen schweren Verlust erlitten; am 14. vor.Mts. wurde Gustav Schattmann zu Grabe getragen. Der Verstorbene gehörte seit 2V2 Jahrzehnten dem Repräsentanten-Kollegium, zuletzt als zweiter Vorsitzender desselben,

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