Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- G. K., Berlin
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 246 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316727-2316732--13742-2334964- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sängers Höflichkeit. Hervorheben möchten wir jedoch, daß wenigstens ein Antisemitenblatt, die Magdeburger »Sachsenschau", die Sache in einem anderen Licht darstellt. In diesem Blatte war am 2. April zu lesen: „Es ist Blödsinn, auch in diesem Falle wieder die Schuld dem „verfluchten Juden" in die Schuhe zu schieben, wie es viele tun, um die Beamten zu entschuldigen. Diese Beamten find keine dummen Jungen, welche leichtsinnig auf jeden dummen Anschlag eingehen. Sie haben ihren Treueid dem Staate geleistet. Sie sind sich auch, wie die Verhandlung es ergeben hat, zu jeder Zeit der Strafwürdigkeit ihrer Vergehen bewußt gewesen. Viel eher könnte man den Friedeberg entschuldigen, denn ihm ist von Jugend aus gepredigt worden (von wem?), daß Geld das höchste Gut sei und daß jedes Mittel recht ist, um Geld zu verdienen, lind weit schuldiger als Friedeberg sind noch die wissenden Männer in unserem Volke, welche diese Krebsschäden in unserem Erwerbsleben und deren bittere Folgen klar sehen, aber nicht den Mut besitzen, Reformen zu unterstützen, welche seit Jahren eine Aenderung unserer Gesetzgebung und damit eine vernünftige Erziehung unseres Volkes fordern. Das deutsche Rechtsgefühl fordert, daß der Spitzbube, Schwindler und Gauner den Schaden nach Möglichkeit wieder ersetzt, den er der Gesamtheit oder einzelnen Bürgern zugefügt hat, daß solche Schädlinge zwangsweise zu einem ordentlichen ehrlichen Leben angehalten werden. Unsere Gesetze stecken den Friedeberg aus 4 Jahre, die Hauptschuldigen unter den Beamten auf I und 11/2 Jahre ins Gefängnis und lasten sie dann wieder auf die Menschheit los. Würden Herr Friedeberg und seine Komplizen gezwungen, durch Arbeit dem Staate seinen Schaden wiederzuersetzen, so würde kein Friedeberg und kein Beamter wieder solche Geschäfte adschlüßcn. Das Volk aber würde einsehen, daß der Grundsatz „Ehrlich währt am längsten" die höchste Klugheit bedeutet. Es würde danach handeln." ei£ Vermischtes. Hin preußischer Staalsminister vor 120 Jahren über die Juden. Mitgeteilt von Kreisrabbiner vr. Beermann-Jnsterburg- Der bekannte Staatsminister von Wöllner, dem kein mit der Geschichte Vertrauter eine Liebhaberei für liberale Ideen nachsagen wird, äußert sich in seinen vor dem Prinzen von Preußen im Jahre 1784