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Im deutschen Reich · 1905-04-01 · Heft 4 (April 1905) · p. 244

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 4 (April 1905)
Article
X., Berlin
Date
1905-04-01
Page
244 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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244 Im deutschen Reich. Briefkasten der Redaktion. X. Berlin. In der Korrespondenz aus Karlsruhe i. B. (S. 105, Heft 2 d. Jahrgangs) ist infolge eines Schreibfehlers der dem antisemitischen Gasthofsbesitzer im Wutachtale, Jacob Albiez gegenüber erzielte Erfolg auf eine Beschwerde des Oberrats der Israeliten in Karlsruhe zurückgeführt, während nicht dieser, sondern die „Vereinigung Badischer Israeliten" (Vorsitzender: Stadt- und Konferenz-Rabbiner Dr. Appel) diese Sache durchgeführt hat. Aus Ihre Anfrage, wer eigentlich die Ursache Zur Beseitigung des Mißstandes im Wutachtale war, erwidern wir, daß die Angelegenheit auf eine am 3. September 1903 an uns von Herrn Saly Weil in Bühl ergangene dankenswerte Anregung von uns zuerst in Angriff genommen und auch später durch unsere wiederholten Anregungen weiter betrieben worden ist, daß wir uns aber dabei der Vermittelung der mit uns in nahen Beziehungen stehenden „Vereinigung Badischer Israeliten" bedient haben, welche die Angelegenheit in erfolgreicher Weise durchgeführt hat. D. S., Düsseldorf. In Viersen sind tatsächlich zum Kuratorium des städtischen Gymnasiums und der Töchterschule laut Statut nur Christen zugelaffen. Das Kuratorium des Gymnasiums soll statutenmäßig aus 6 katholischen und 3 evangelischen Herren, dem Direktor und dem Bürgermeister bestehen, das der höheren Mädchenschule aus dem Bürgermeister, dem Direktor der Schule oder, falls die Leitung in weiblichen Händen liegt, dem Gymnasialdirektor, je einem katholischen und evangelischen Pfarrer und aus den katholischen und evangelischen Bürgern, deren Zahl von den Stadtverordneten nach dem konfessionellen Verhältnis der Schülerinnen zu bemessen ist. Dieser statutenmäßige Ausschluß der Juden aus dem Kuratorium ist um so auffallender, als es sich nicht etwa um Anstalten handelt, die an alte Stiftungsurkunden gebunden sind, denn das Gymnasium in Viersen besteht erst seit 1876. Eine Aenderung der betreffenden Statuten würde kaum zu erreichen sein; diese Viersener Verhältnisse mögen aber unfern Glaubensgenossen in andern Städten zur Mahnung dienen, die Augen offen zu halten und rechtzeitig gegen solche unberechtigten Ausschließungen Verwahrung einzulegen. Anonymus. Görlitz. Wir lassen sonst anonyme Zuschriften völlig unberücksichtigt, wollen aber in diesem Falle Ihnen die uns von zuverlässiger Seite zugegangene Mitteilung nicht vorenthalten, daß der mit dem schleunigst ungeordneten Ankauf betraute jüdische Beamte

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