Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 4 (April 1905)
- Article
- Breslau
- Date
- 1905-04-01
- Page
- 230 (sequence 2)
- Language
- German
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230 Im deutschen Reich. „das Prototyp des alten selbstlosen Hausarztes" gewesen zu sein, und daß „sein Verhältnis zu den Kollegen ein wahrhaft ideales" gewesen sei. Im Kriege gegen Oesterreich machte er sich als Stabsarzt beim 51. Infanterie-Regiment um die Verwundeten auf dem Schlachifelde von Königgrätz so verdient, daß er auf dem Schlachtfelde selbst mit dem Roten Adlerorden mit Schwertern dekoriert wurde. 1870 leitete er in Frankreich ein Feld-Lazaret und erhielt dann als Oberstabsarzt das Eiserne Kreuz und das Ritterkreuz des bayerischen Militärverdienstordens. Geheimrat Rügner, der einer der angesehensten und beliebtesten Aerzte Breslaus war, ist bis ans Lebensende ein treuer Anhänger des Judentums gewesen. A Briesen, Westpr.» 2. April. Auf Vorschlag des Herrn Landrats Volkart wurde an Stelle der verstorbenen Frau Rosalie Michalowitz die Gattin des Vorstehers der hiesigen Synagogen-Gemeinde, Frau Selma Callmann, in den Vorstand des „Vaterländischen Frauenvereins Briesen Wpr." gewählt. < Tarnowitz, 3. April. Der in hiesiger Gegend zahlreiche Opfer fordernden Genickstarre ist leider auch der seit 2 Jahren hier amtierende, allgemein verehrte Rabbiner vr. Levi Emmrich im kräftigsten Mannesalter von 33 Jahren nach kurzem Krankenlager erlegen. Was der Dahingeschiedene seiner Gemeinde und auch weiten Kreisen gewesen, davon gab das am 31. v. M. stattgehabte Leichenbegängnis Zeugnis, an dem sich nicht nur sämtliche Mitglieder der jüdischen Gemeinde, sondern auch viele christliche Mitbürger beteiligten.- Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, sowie die katholischen und evangelischen Geistlichen wohnten der Trauerfeier in der Synagoge, sowie der Beisetzung auf dem Friedhofe bei. * Posen, 1. April. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhose fand am 23. v. Mts. die Beerdigung des Veteranen Jsaac Hammel unter Begleitung des Landwehr-Vereins statt, der nach der ergreifenden Grabrede des Herrn Rabbiner vr. Bloch die Ehrensalven abzab. Der Verstorbene, der sich bei den Feldzügen 1864, 1866 und 1870 als ausgezeichneter Soldat bewährt hat, besaß nachstehende Ehrenzeichen: das Düppel-Sturmkreuz für tapfere Krieger und die Knegs-Denkmünze für Kombattanten (1864), das Erinnerungskreuz (1866), die Kriegs-Denkmünze am Kombattantenbande (1870), das Militär- Ehrenznchen II. Klasse, die Landwehr - Dienstauszeichnung und die Zentenar-Erinnerungs-Medaille, und außerdem wohlwollende Schreiben, die ihm von feinen Vorgesetzten bei dem Empfang dieser Dekoration zugegangen waren. Der brave Soldat hat eine Witwe zurückgelaffen, die in ärmlichen Verhältniffen lebt.