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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 184

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Dr. F. in C., Sanitätsrat K. in B. u. a.
Date
1905-03-01
Page
184 (sequence 2)
Language
German
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184 Im deutschen Reich. auch einmal, darauf hinzuweisen, daß jene Unterscheidung nicht nur etwas Kränkendes für die jüdischen Aerzte hat, sondern daß sie auch dazu angetan ist, die Einigung der gesamten Aerzte behufs Forderung ihre wirtschaftlichen Interessen zu gefährden, und überall dort unterbleiben sollte, wo nicht besondere persönliche Verhältnisse cs notwendig machen, um gegenseitige Enttäuschungen und Disharmonien zu vermeiden. Imponderabilien, wie die „Stimmung der Bevölkerung" und ähnliches sollten nicht entscheidend in dieser Sache sein, damit nicht das Gladstonesche Wort zu Schanden wird, das in dem Arzt den Erzieher des Volkes sieht. Wir werden die weitere Entwickelung der Angelegenheit im Auge behalten. L. C. Hannover. Wenn Sie sich darüber beklagen, daß sich einzelne kleine Stadtverwaltungen, ohne von den Vorgesetzten Behörden zurechtgewiesen zu werden, so verhalten, als ob das Bundes- und Reichsgesetz vom 3. Juli 1869 seine Giltigkeit verloren habe, verweisen wir Sie auf einen krassen Fall, der sich gerade in Ihrer Provinz ereignet hat, ohne daß gegen diesen Mißbrauch der städtischen Selbstverwaltung irgend etwas veranlaßt worden ist. Die Stadtverwaltung des etwa 3000 Einwohner zählenden hannöverschen Städtchens Münder am Deister schrieb s. Z. in der „Tierärztlichen Rundschau" eine Stelle eines ordentlichen Fleischbeschauers ans. Ern Herr, der sich darauf meldete, erhielt folgende Zuschrift: J.-Rr. 3448. Münder, 8. September 1904. Auf Ihr Gesuch vom 25. v. M. teilen wir Ihnen mit, daß wir beschlossen haben, Ihnen die ordentliche Fleischbeschau für den Bezirk der Stadt Münder zu übertragen, falls Sie nicht mosaischer Konfession sind. Wir stageu nun bei Ihnen an, ob Sie die Wahl annehmen. Ihrer Antwort sehen wir umgehend entgegen. Der Magistrat. I. V. H. D. Pape. Als der Tierarzt hierauf antwortete, er sei allerdings mosaischer Konfession, erhielt er folgendes Schreiben: Der Magistrat. Münder, 10. September 1904. J.-Nr. 3619. Auf Ihr Gesuch vom 25. v. M. teilen wir Ihnen mit, daß die Wahl auf einen anderen gefallen ist. Die eingereichten Papiere erhalten Sie anbei zurück. I. D. H. D. Pape.

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