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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 171

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Gelsenkirchen
Date
1905-03-01
Page
171 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 171 entstanden? Was will der Verein?" Er zeigte an einer Reihe von Beispielen, wie der Central-Verein auf dem Gebiete der Politik, der Verwaltung der Schule, der militärischen Dienstpflicht iür die Rechte der jüdischen Bürger oft mit bestem Erfolge eingetreten ist, die schmachvollen Lügen der Antisemiten gebrandmarkt und Vorurteile bekämpft hat. Der Central-Verein hat das Band der Zusammengehörigkeit unter den Glaubensbrüdern überall, wo er Eingang gefunden hat, gefestigt, hat seine Mitglieder zur Selbsterziehung und Selbstachtung angespornt. Mit einem warmen Appell an die jüdischen Staatsbürger, sich die Liebe zum Vaterlande durch die Anfeindungen der Gegner und durch die trüben Erfahrungen nicht verbittern zu lassen, denn die Wahrheit und das Rech! müssen siegen, schloß der Redner seine glänzenden Ausführungen. — Eine lebhafte Diskussion folgte den Ausführungen. Alle anwesenden Gemeindemitglieder schloffen sich dem Central-Dereine an. Leid.r war wegen des herrlichen Frühlingswetters, welches viele zum Spaziergang in Feld und Flur hinausgelockt hat, die Versammlung nicht sehr zahlreich besucht. Nach einem kurzen Schlußwort des Herrn Rechtsanwalts Abel, welcher die Anwesenden zu reger Agitation unter Freunden und Bekannten aufforderte, trennten sich die Anwesenden mit dem Bewußtsein, ein nützliches edles Werk gefördert zu haben. X Duisburg, 3. März. Im November v. I. wurde in dieser Zeitschrift (Buch 623) über das tragische Geschick des s. Z. in Bonn zum Christentum übergetretenen Isaak Bernstein berichtet, der als Vikar Paulus Bernstein, nun — wie sich die Rhein- und Ruhr-Ztg. ausdrückt — 18 volle Jahre hartgeprüft in der evangelischen Landeskirche Preußens heimatlos umherirrt. Bernstein hat sich jetzt von Mülheim a. d. Ruhr aus an das Abgeordnetenhaus gewandt, damit dasselbe den Kultusminister veranlaffe, in seiner „buchstäblich verzweifelten Lage baldigst eine Wendung eintreten zu kaffen". Er bittet ihn, „nach dem Gesetz der Liebe, nach welchem die vom Staate erhaltene evangelische Landeskirche Preußens ihn in ihren Schoß aufgenonimen hat, sein Fortkommen in der christlicken Kirche zu erleichtern". * Hamburg, 1. März. Im hiesigen Logenheim, hat am 24. Januar d. I. eine gut besuchte Sitzung des Vorstandes des jüdischen Frauenbundes stattgefunden. Als beratende Teilnehmer waren auch die Vorstände der Hamburger Vereine anwesend, die sich dem Bunde bereits angeschlossen haben. Die erste Vorsitzende, Fräulein Pappe nheim, Frankfurt a. M., eröffnete die Sitzung, dankte den Hamburgern, und den von auswärts erschienenen Vorstandsmitgliedern und setzte noch einnral kurz die Gesichtspunkte auseinander, aus denen heraus

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