Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 3 (März 1905)
- Article
- Konitz
- Date
- 1905-03-01
- Page
- 170 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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nachzukommen?" — Nun weiß man doch, was Herr Bruhn für den Berus eines westpreußischen Amtsblattes hält! O Rakel (Netze), 1. März. Eine seltene Auszeichnung ist kürzlich dem verdienstvollen Vorsteher der hiesigen jüdischen Korporation zu teil geworden. Herr Lesser Baerwald wurde zum Ehrenbürger der Stadt Nakel ernanrt; in feierlichster Weise ist ihm von dem Magistrat und den Stadtverordneten der Ehrenbürgerbrief überreicht worden. O Wirfitz, 2. März. Im 27. Lebensjahre ist hier in seiner Vaterstadt der Rabbinatskandidat Theodor Pelz, Mitglied des Lehrerkollegiums der 5. Religionsschule der Berliner Gemeinde, einem tückischen Leiden erlegen. Die Grabrede hielt Herr Rabbiner Dr. Perlitz aus Rakel. Der Central-Verein betrauert in dem Verblichenen einen eifrigen Werber für die Vereinssache. sfl Hannover, 3. März. Der verstorbene Konsul Moritz Alexander Simon hat 3 Millionen Mark für wohltätige und gemeinnützige Zwecke gestiftet. Insbesondere wird eine Stiftung errichtet mit der Bestimmung, Hand- und Fabrikarbeit, Handwerk und Landwirtschaft, Garten- und Obstbau unter den Juden in größerem Umfange zu verbreiten. Die von dem Verstorbenen gestiftete israelitische Erziehungsanstalt „Ahlem" und der Hilfsfonds für ehemalige Lehrlinge dieser Anstalt erhalten je 100 000 Mk. Bezüglich des Legats für die Erziehungsanstalt zu Ahlem sagt der Verstorbene in seinem Testament wörtlich: „Ich beschränke nach reiflicher Ueberlegung meine Zuwendung auf diesen verhältnismäßig geringfügigen Betrag, weil ich den dauernden Bestand der Anstalt nur dann für gesichert halte, wenn sie von allen Glaubensgenossen als Gemeingut betrachtet und unterstützt wird." Ll. X. Gelsenkirche», 1. März. Der 26. Februar hat unserer Gemeinde, der zweitgrößten Westfalens Gelegenheit gebracht, zu den Aufgaben und Zielen des Central-Dereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Stellung zu nehmen. Bisher hat hier bereits ein Verein zur Abwehr des Antisemitismus, der durch die s. Zt. drohenden Feindseligkeiten gegen die jüdischen Bürger unserer Stadt hervorgerufen wurde, segensreich gewirkt. Dem unermüdlichen Eifer der Herren R.-A. Abel und Dr. Herzfeldt aus der Nachbarstadt Esten ist es zu verdanken, daß unsere Gemeindemitglieder dem Central-Verein näher treten konnten. In einer Versammlung, die vom Vorsitzenden der Gemeinde Herrn D. Klestadt eröffnet wurde, erörterte in glänzender, von innerer Wärme und heiliger Ueberzeugungstreue getragener Rede Herr Rechtsanwalt Dr. Herzfeld die Fragen: „Wie ist der Verein