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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 169

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Breslau
Date
1905-03-01
Page
169 (sequence 2)
Language
German
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Redner im Namen des Vereins und eröffnete die Diskussion. Zunächst ergriff vr. Goldschmidt das Wort; ihm folgte Zahnarzt Schachtel, der den Verein bat, nicht blos in öffentlichen Dingen, sondern auch im Gesellschaftsleben energisch gegen den Antisemitismus aufzutreten. Der Vorsitzende schloß dann die Sitzung, die wieder Zeugnis davon ablegte, daß auch in der Breslauer Gemeinde, obwohl auch hier im einzelnen die Meinungen auseinandergehen, doch das Gefühl der Zuammengehörigkeit gegen den gemeinsamen Feind lebendig ist. ->2 Könitz, 1. März. Die „Ostdeutsche Tageszeitung" berichtet: „Wie töricht noch in Könitz manche Leute sind, haben wir in den letzten Tagen wieder erlebt: Gehen da drei junge Leute, Fleischergeselle F., Louis S- und Primaner D., von denen zufällig die ersten beiden jüdischer Konfession sind, abends in die Wohnung des einen (jüdischen) zum Kartenspiel. Zufällig wohnt dieser junge Mann bei Herrn Kantor Jäger. Unten ist der Laden des Herrn Barbier Nafsin Frau N. hat nun nichts Eiligeres zu tun, als einen Lehrling zu den Eltern des Schülers zu schicken und sie geheimnisvoll zn warnen!! Man denke! Der jüdische junge Mann wohnt ja doch beim Kantor! Der Christ könnte da doch leicht — geritualmordet werden! Solchen Unsinn verbreitet der Lehrling auch noch weiter, andere Helsen ihm dabei, und bald ist die ganze Stadt voll davon, ja auch die nächsten Dörfer haben schon erwünschten Oster-Unterhaltungsstoff. Der besorgte Bruder pocht an die Haustür, man sucht, man schilt, es kommen andere Leute herbei und schon hört man antisemitische Redensarten vor dem Hause. Schließlich erscheint der christliche Spielgenoffe, und die Menge zerstreut sich." Daran knüpft das Blatt die Mahnung an die Schüler, sich nicht wie der dafür bestrafte begabte Schüler D, an durchaus unzulässigen nächtlichen Sitzungen außerhalb der Wohnung ihrer Eltern oder Pensionsinhaber zu beteiligen, und an die unter keinem Schulzwang stehenden Gehilfen, den „dritten Mann" nicht aus Schülerkreisen zu wählen. Das Konitzer Amtsblatt erhielt auch einen Verweis und zwar von seiner Gesinnungsgenossin, der „StaatSbmger-Zeitung" dafür, daß es nicht das zeitweilige Verschwinden im Sinne der Bruhrrschen Fixigkeit zu einer Winter-Affäre anfgebauscht habe. Das Organ Bruhns äußert sich dabei: „Die irrigen Annahmen, die erregten Gemüter und die Hast, mit der das Gerücht erstickt wird, alles dies ist aus Konto des Schaltens des jungen Winter zu setzen. Nun wir allenthalben auf das Gerücht vorbereitet sind, wäre es doch ganz intereffant, die näheren Umstände, die ihm Nahrung gaben, kennen zu lernen. Warum scheut sich das „Konitzer Tageblatt", seinem Beruf an der Oeffentlichkeit in dieser Hinsicht

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