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Im deutschen Reich · 1905-03-01 · Heft 3 (März 1905) · p. 168

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 3 (März 1905)
Article
Halberstadt
Date
1905-03-01
Page
168 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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O HülberstadL, 1. März. Es ist nicht zutreffend, wenn in dem Februar-Heft dieser Zeitschrift behauptet wurde, daß bei den. KaufmaNNsgerichLswahlen nur in Kiel die jüdischen Prinzipale gesondert vorgegangen sind. Hier in Halberstadt war vom „Verein für Handel und Gewerbe" eine Liste ausgestellt, in welche kein jüdischer Prinzipal Aufnahme gefunden hatte, obgleich bei der Vorwahl ein solcher vorgeschlagen war. Infolgedessen stellte ein Comitö der jüdischen Kaufleute eine gesonderte Liste auf und erreichte die Wahl von drei Kandidaten jüdischen Glaubens als Beisitzer von Seiten der Prinzipale. Seitens der Angestellten war von einem Comite nur ein Angestellter jüdischen Glaubens als Beisitzer vorgeschlagen, durch den „Verein deutsch-nationaler Handlungsgehilfen" aber selbstverständlich eine „judenreine" Liste eingereicht worden. Ein Comite der jüdischen Angestellten reichte deshalb ebenfalls eine gesonderte Liste ein und erzielte gleichfalls die Wahl von drei Angestellten jüdischen Glaubens. < Breslau, 2. März. Die im großen Saale der Lessingloge am 18. v. M. abgehaltene Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des „Central - Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" war überaus zahlreich besucht. Der Vorsitzende B-r. C. Reich eröffnete die Versammlung und erstattete über das abgelausene Vereinsjahr Bericht. Bei der darauffolgenden Vorstandswahl wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder wiedergewäblt. Nur an Stelle des früheren Vertreters des „Vereins jüdischer Studenten", der dem Vorstände angehört, wurde ein anderer Herr aus Antrag des genannten Vereins als Vertreter desselben gewählt. Dann forderte Herr D. N. Schlesinger in kurzen Worten alle Anwesenden zum Beitritt auf. Darauf erhielt der Hauptredner des Abends, Herr Rechtsanwalt Sonnenseld - Berlin, das Wort zu seinem Vorträge: „Unser Kulturkampf". In ein- und ernhalbstündigem fesselnden Vortrage entwickelte der Redner die Ziele und Tendenzen des Vereins und legte dar, was dieser bis jetzt geleistet hat. In scharfen Worten wandte er sich gegen den Antisemitismus und das Taufen. Was in den neuen Handelsverträgen bezüglich der Juden erreicht worden ist, daß Gras Pückler endlich empfindlich verurteilt worden ist, sei ein Ergebnis der unermüdlichen Tätigkeit des Vereins. Vor allem forderte er die jüdische Preffe zu tatkräftigem Mitwirken an dem großen Werke aus und zeigte auch an einer Anzahl. treffender Beispiele, wie manchmal durch unzweckmäßige Maßnahmen strotz des guten Willens gerade das Entgegengesetzte des Erstrebten erreicht wird. Der allgemeine. Beifall bewies, wie tiefen Eindruck seine Worte aus die Zuhörer machten, Br. Reich dankte dem

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