Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- P. S., Berlin
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 114 (sequence 2)
- Language
- German
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114 Zm deutschen Reich. semitenbundes abgeführt werden. Das edle Blatt bringt folgende Notiz: „Eine Berliner Schillerfeier wird veranstaltet werden, ein geschäftsführender Ausschuß ist eingesetzt worden, und in diesem Ausschuß sind es wiederum jüdische Männer, die den Ton angeben. Herr- James Simon berichtet über die Finanzierungsfrage, Herr Br. Ludwig Fulda bearbeitet den Programmentwurf, Herr Professor- Mar Friedländer macht Vorschläge über die aufzuführenden Musikstücke, Herr Dr. Raphael Löwenfeld stellt einen Antrag h\ Ein derartiges jüdisches Uebergewicht bei einer Feier, die als eine deutschnationale anzusehen ist, muß viele deutsch-nationale Elemente zurückhalten und zurückstoßen. Die Schillerfeier soll ein deutsches und kein jüdisches Nationalfest sein." — Wenn der Feier die Elemente sernbleiben, die sich mit Unrecht „deutsch-national" nennen, aber vor dem Gedanken zurückscheuen, daß Schillers Wort „Und frei erklär' ich alle meine Knechte!" zur Wahrheit werden könne, wäre dies eben kein Unglück. Schillers Ruhm macht gerade die Gesinnung aus, die sich des Dichters Worten ausprägt: „Die Freiheit macht ihn — mit Euren Fratzen; daß ich mit Euch soll darüber schwatzen!" S. L. Berlin. In dem Januarheft der Steirischen Wochenschrift „Der Deutsche", die ihrem Wahlspruch „Suum ciiiqnedadurch gerecht wird, daß im redaktionellen Teile die Juden reichlich ihr Teil abbekommen, im Anzeigenteil aber eine sicher gutbezahlte Anzeige von Hermann Gerson veröffentlicht wird, ist die Fabel von der jüdischen Abstammung des revolutionären christlichen Priesters Gapon zuerst aufgetaucht. Wenn die Raffen das, was im Deutschen durch die Buchstaben N. N. ausgedrückt wird, bezeichnen wollen, schreiben sie,Jwan Jwanowirsch". In der Steinschen Wochenschrift heißr der Verfaffer des „ Gapon-Märchens" ähnlich: ..N. A. Iwanow". Den russischen Machthabern, die schon vorher Gapons Einfluß auf die Muschiks durch dasselbe Märchen abzuschwächen suchten, dürfte die Verbreitung desselben in Deutschland sehr willkommen sein. Gapon ist der Sohn eines Bauern aus dem Gouvernement Poltawa; wäre er der Abkömmling eines Juden, dann würde der heilige Synod dies zweifellos längst proklamiert haben. Uebrigens soll er aus dem Hospital entflohen sei und sich nach Finland gewandt haben. Wundern Sie sich nicht, wenn demnächst auch der rrffsiche Dichter Gorki von den Antisemiten zum Judensprößling gemacht wird. Wenn es kein Anderer tut, dann bringt es die „Kreuz-Zeitung" fertig, die den christlichen Redakteuren des Berliner Tageblattes es nicht verzeihen kann, daß sie nicht lieber statt für die Befreiung Gorkis für eine Begnadigung des Grafen Pückler agitieren, „des unglücklichen Mannes, der zum mindesten an einer