Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Hannover
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 104 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Zm deutschen Reich. und betrauern werde! Wenige Wochen vor seinem Tode hat Konsul Simon .Praktische Vorschläge zur Organisation der Auswanderung" veröffentlicht und dadurch aufs neue bewiesen, daß sein Herz nicht nur für die deutschen Juden, sondern für alle seine Glaubensgenossen schlug. — Wir Juden sollen unseren großen Männern keine Bildsäulen errichten; wir ehren sie am besten, wenn wir das, was sie schufen, erhalten, ausbauen und vollenden. Wenn die Lieblingsschöpfung des uns zu früh entrissenen unvergeßlichen Menschenfreundes, durch welche die jüdische Jugend möglichst dem Handwerk und dcr Bodenkultur zugeführt und die antisemitische Verleumdung der Abneigung gegen produktive Arbeit widerlegt wild, sich zu einer Lieblingswerkstätte der Gesamtheit aller deutschen Juden umwandelt, dann wird „Ahlem" ein Ruhmesdenkmal für Alexander Moritz Simon und zugleich für die dankbare Gesinnung der deutschen Juden werden! Noch am Tage der Beisetzung traten die anwesenden Kuratoren und Vorstandsmitglieder der Erziehungsanstalt Ahlem zu einer Sitzung zusammen, in der einhellig der Wille zum Ausdruck kam, die Fortführung und Weiterentwickelung der in der Anstalt verkörperten Ideen mit allen Kräften zu verfolgen. Die großen Pläne Simons werden also nicht mit ihm begraben sein. Aachen, 2. Februar. In der am 24. v. Mts. abgehaltenen Gesamtsitzung der hiesigen Handelskammer wies der Vorsitzende, Herr Geh.Kommerzienrat Delius, darauf hm, daß Herr Eduard Meyer jetzt 25 Jahre der Handelskammer angehöre. Mit hoher Energie und Sachkenntnis habe er die Interessen von Handel und Gewerbe gefördert. Auch als Mitglied verschiedener Fachausschüsse, so als Vorsitzender des Gewerbeausschusses, als Referent für gewerbliche Angelegenheiten habe seine Tätigkeit allerseits Anerkennung gefunden. Der Vorstand des Tuchfabrikanten-Vereins überbrachte dem Jubilar am andern Tage eine Glückwunsch-Adresse. Herr Eduard Meyer gehört seit Jahren dem Central-Verein d. St. j. Gl. als Mitglied an. P Siegen, 2. Februar. Auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe wurden 14 Grabdenkmäler von bübischen Händen total zertrümmert. Stuttgart, 1. Februar. Der neue Finanzetat des Königreichs Württemberg enthält eine Erhöhung des Staats-Beitrags für die israelitische Oberkirchen-Behörde von 42 000 Mk. auf 51000 Mk., welche zur Aufbesserung der Rabbiner- und Lehrer- Gehälter dienen soll. + Karlsruhe i. B., 2. Februar. Nachdem dem antisemitischen Gasthossbesttzer im Wutachtale, Jacob Albiez, aufgegeben war, die an seinem Hause angebrachte Inschrift „Judenreines Haus" zu ent-