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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 103

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Posen
Date
1905-02-01
Page
103 (sequence 2)
Language
German
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KvLLHponocrlzfrr 108 Vorstands bet israelitischen Brüdergemeinden und vieler Humanitären Institute Posens, gehört dem Central-Verein d. St. j. Gl. seit neun Jahren als Mitglied an. — Wie den „Mitteilungen a. d. Ver. zur Abwehr d. Antisemitismus" von hier berichtet wird, soll bei der vorerwähnten Feier Herr Oberprästdent von Waldow Herrn Rechtsanwalt Placzek gegenüber erklärt haben, daß er die Handlungsweise des Regierungs- und MedizinalraLs Herrn Br. Schmidt in der Apothekenangelegenheit aufs schärfste mißbillige. Er ermächtigte Herrn Placzek, von dieser Aeußerung jeden Gebrauch zu machen. Dazu bemerkt dieRedaktion der „Mitteilungen a. d.Ver. z.Abw. d.Ant.": „Wir hoffen, daß diesen Worten recht bald die Tat folgen werde, nämlich die Trennnng von Herrn Schmidt, und nicht nur die Trennung der Regierung von diesem verantwortlichen, sondern auch von den unverantwortlichen ärztlichen Ratgebern, welche durch ihren Einfluß in Posen selbst und in der Provinz geradezu verheerend in den Verhältnissen der Aerzte wirken." # Hannover, 2. Februar. Infolge eines tiefbedauerlichen Unfalls ist hier unser hochgeschätztes Vereinsmitglied, der Begründer und selbstlose Förderer der Israelitischen Erziehungsanstalt zu Ahlem, Konsul Alexander Moritz Simon, am 29. Januar aus dem Leben geschieden. Als er am 27. v. Mts. ein Bad nahm, explodierte der Badeofen, wobei Herr Konsul Simon so schwer verletzt wurde, daß die ärztlichen Bemühungen, das Leben zu erhalten, erfolglos blieben. DerVorfforbenehat sich um die Erziehung der jüdischen Jugend zur Bodenkultur und zum Handwerk unvergängliche Verdienste erworben, die Bestrebungen, dm HandferügkeiLsunterricht in den jüdischen Schulen einzubürgern, eifrigst gefördert, Zu diesemZwccke weite Reisen durch Amerika und Afrika gemacht und große Summen geopfert. In Ahlem ließ er Lehrer ausbilden, die seine Ideen weitertrugen, und insbesondere an den über die ganze Welt zerstreuten Schulen der „Alliance israelite universelle" praktisch zur Anwendung brachten. Am 22. Februar 1904 — also genau vor einem Jahre — hielt Konsul A. M. Simon in einer überaus zahlreich besuchten Versammlung des Central-Vereins d. St. j. Gl., zu der viele seiner Verehrer besonders nach Berlin gereist waren, über „Die Erziehung der israelitischen Jugend Zur Bodenkultur und mm Handwerk, eine soziale Frage" einen Vortrag, der für seine Bestrebungen hier neue Begeisterung erweckte. Niemand ahnte an jenem Abend, daß die deutsche Judenheit den Philanthropen A. M. Simon ms Hannover und den an jenem Abend auch anwesenden, ihm gleichgesinnten Menschenfreund Alphons Jacobson aus Leipzig, der ihm Ahlem begründen half, schon ein Jahr später schmerzlich vermissen

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