Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1905)
- Article
- Potsdam
- Date
- 1905-02-01
- Page
- 102 (sequence 2)
- Language
- German
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102 Im deutschen Reich. Stadtvertretung getan: Die jüdische Gemeinde Potsdams erachtet es als eine Ehrenpflicht, die Opfer mitzutragen, die dem einzelnen rituell Lebenden durch die erschwerte Beschaffung des.F!eisches auserlegt ist. Am 12. Januar fand eine Gemeindeversammlung starte in der folgende Resolution unter freudiger, allgemeiner Zustimmung Annahme fand: „Die heute hier versammelten männlichen und weiblichen Mitglieder der Synagogengememde zu Potsdam erheben Protest gegen die laienhafte, durch wissenschaftliche Gutachten längst überzeugend widerlegte Unterstellung, daß das jüdisch-rituelle Schächtverfahren eine Tierquälerei bedinge. Sie erklären sich insgesamt solidarisch mit denjenigen aus ihrer Mitte, die an dem Gebot, nur das Fleisch rituell geschlachteter Tiere zu genießen, als an einer unverbrüchlichen Satzung des Judentums sestzuhalten, und verpflichten sich, den Fleischbedarf ihrer Haushaltungen nur an der Stelle zu decken, die koscheres Fleisch liefert." Der Erfolg der Herren Fröhlich und Konsorten ist sicher demselben Geiste zu verdanken, der es zu Wege gebracht hat, daß die Stadt Potsdam von dem ehemaligen Dorschen Charlottenburg so schnell und so großartig überflügelt werden konnte. Der Geist der philosophischen Königin Sophie Charlotte weht über Charlottenburg und verbannt engherzige Unduldsamkeit, Kastengeist und Banausentum, die jeden Aufschwung hindern. H. Spandau, 1. Februar i Verspätet). Am letzten Tage des verflossenen Jahres ist hier Herr Selig Sternberg verstorben. Das zahreiche Trauergefolge, das seine Bahre begleitete, zeugte von der Liebe und Verehrung, deren sich der Verblichene in allen Kreisen unserer Stadt erfreute. Fast zehn Jahre hat er als Vorsitzender des Vorstandes das Wohl unserer Synagogengememde gefördert. Seine gesegnete Tätigkeit auf allen Gebieten der Wohlfahrt ließ ihn als einen edlen Menschen und wackeren Juden erkennen. Die Ziele des Central-Vereins suchte der Verstorbene mit allen Kräften zu fördern. Posen, 1. Februar. Der Bericht der „Pos. Neuesten Nachrichten^ über eine hier kürzlich avgehaltene „Stadtältesten-Feier" wird mit den Worten eingeleitet: „Zu Ehren des nach .80 jähriger kommunaler Tätigkeit aus dem Magistrat ausfcheidenden Stadtrats, Geh. Kommerzienrats Herz, der von den städtischen Körperschaften anläßlich seines Rücktritts zum Stadtältesten ernannt wurde, fand ein Feftdiner im Hotel de Rome statt. Bei der Beliebtheit, deren sich Geheimrat Herz in unserer Bürgerschaft erfreut, konnte es nicht Wunder nehmen, daß die Teilnahme an diesem Ehrenabend eine ganz außerordentliche war." — Geheimrat Her^, der Vorsitzende des