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Im deutschen Reich · 1905-02-01 · Heft 2 (Februar 1905) · p. 101

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
11 (1905)
Issue
Heft 2 (Februar 1905)
Article
Halberstadt
Date
1905-02-01
Page
101 (sequence 2)
Language
German
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Jiyue)puuüci»ä«i. 101 hatte, war der Apparat angelegt, das Tier sanft niedergelassen und der Schächtschnitt vollzogen. Schnelligkeit, Handhabung und Wirkung lassen nichts zu wünschen übrig. In Verbindung mit dem hier seit Jahren eingeführten Kopfhalter dürfte das Verfahren eine so wesentliche Verbesserung erfahren haben, daß alle Einwände der Schächtgegner verstummen sollten. Falls eine jüdische Gemeinde sich durch emen Bevollmächtigten von der Verbefferung des Verfahrens überzeugen will, wird ihr hier dam Gelegenheit geboten werden. < Beuthen, O.-S., l. Februar. Vor einigen Tagen wurde hier das Gerücht von einer Bluttat verbreitet. Darüber berichtete die „Beuth. Ztg.": »Das Gerede ist nur auf den groben Unfug einer Frau zurückzufühcen, deren Tochter mit noch einer Anzahl nichtsnutziger Schulmädchen einen jüdischen Händler durch Werfen mit Schneebällen und verfaulten Aepfeln belästigte und dafür von dem Händler gezüchtigt werden sollte. Die Mutter des Kindes legte sich ins Mittel und beschimpfte den Händler. In ihrer Wut kannte sie keine Grenzen und gab sogar der Vermutung Ausdruck, daß der Händler ihr Kind habe töten wollen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich das Gerücht, daß ein jüdischer Händler ein Schulmädchen in seinen Obstkeller gelockt und dort getötet habe. Bald fand sich auch eine betörte, nach Hunderten zählende Menschenmenge, die das betreffende Haus bis in die späten Abendstunden umstand. Dasselbe Schauspiel wiederholte sich an den beiden nächsten Tagen." Der ,Oberschl. Anzeiger" äußerte sich über den Vorfall wie folgt: „Wir sind der Ansicht, daß die Polizek verpflichtet ist, nach dem Urheber senes boshaften Gerüchtes zu fahnden; denn dasselbe konnte sehr leicht die Fabel „des Ritualmordes" bei uns aufleben lassen." X Potsdam, 10. Februar. Die Antisemitenpreffe ist so freundlich, sich damit einverstanden zu erklären, daß die Potsdamer Shnagogen- Gemeinde infolge des von den Antisemiten durchgedrückten Schächtrerbotes durch einen dortigen Schlächter in Berlin geschächtetes Vieh einführen lassen will. Die Stadt Potsdam könne damit durchaus einverstanden sein, da eine Fleischeinfuhrsteuer in Potsdam bestehe, so daß also das, was der Stadt an Schlachthofgebühren entgeht, reichlich durch die Steuer wieder eingebracht werden dürfte. Wenn es bei den Schächtverboten wirklich auf den stets als Begründung angegebenen angeblichen Tierschutz ankäme und nicht nur auf eine neue „antisemitische Kraftprobe", dann könnte von einem Erfolge keine Rede sein, denn durch das Kunststück der Herren Fröhlich & C». wird in Potsdam der Bedarf an koscherem Fleisch verdoppelt — und das hat mit ihrem Tierschutz die Potsdamer

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