Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- A. P. Altona
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 55 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten bei: Redaktion. 55 Betrieb leiden würde. Aus Obigem werden Sie ersehen, daß die Auffassung des Herrn A. P. eine irrige ist. Ich halte diese Klarlegung im Interesse des von mir verwalteten Geschäfts und meinem eigenen für nötig. Hochachtungsvoll S. Scharff, Verwalter. Aus diesem Schreiben kann man sich ein Urteil bilden, wie der verehrte Verwalter der Rosenapotheke über Anstellung jüdischen Personals denkt. Und das ist klar genug trotz aller Ingredienzen, mit denen er die Pille zu versüßen sucht. Ä. München. Sie wundern sich, daß „unser Bruhn" in der dortigen Mittelstands-Versammlung im Münchener Kindl- Keller-Saal gesagt hat: „Warum findet man unter Handwerkern und Arbeitern so wenig Juden? Weil es da nicht viel zu verdienen gibt. Dafür sind unter den Rechtsanwälten um so mehr Juden zu finden: einmal ist hier auf einen viel höheren Verdienst zu rechnen, und dann ist ihnen das Jonglieren mit den Rechtsbegriffen viel sympathischer, als die Arbeit." — Bruhn muß das verstehen; hat er doch selbst so erfolgreich mit den „Rechtsbegriffen jongliert", daß dies ihm 6 Monate Plötzensee eingetragen hat. O. I. U.- Wien. Unsere Informationen werden durch eine Mitteilung des „American Hebrew" vom 23. Dezember bestätigt. Dieselbe lautet: „Der russische Gesandte, Graf Cassini, hatte am 7. Dezember eine lange Unterredung mit dem Staatssekretär Hay über die Frage der Pässe der nach Rußland reisenden amerikanischen Juden. Der Gesandte berührte die in der Präsidenten-Botschaft enthaltene bezügliche Auslassung nicht, nahm aber Gelegenheit, die Stellung seiner Regierung Zu dieser Sache nochmals zu kennzeichnen und zu sagen, daß der Gegenstand einem Ausschüsse unterbreitet sei und nach der ihm neuerdings zugegangenen Mitteilung die Verhandlungen in befriedigender Weise fortschreitend — Vor den Wahlen sprach man anders!