Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 11 (1905)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1905)
- Article
- Hannover
- Date
- 1905-01-01
- Page
- 41 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 41 War es schon erfreulich, solche stämmigen, breitschulterigen Gestalten antreten zu sehen, so erschienen ihre Leistungen einfach verblüffend, da die schwierigsten Uebungen gleichsam spielend ausgeführt wurden. Dabei zeigte sich wieder, daß die Juden bei richtiger Erziehung ein Menschenmaterial repräsentieren, das auch körperlich den Ariern keineswegs nachsteht. Tatsache ist es, daß die Ahlemer Anstalt sich mit ihrer Erziehungsmethode zu Hauswirtschaft, Handwerk und Bodenkultur auf sozialem Gebiete besonders verdient macht. Die Gärtnerei hatte sehr dekorativ wirkende Blumenkörbe und gärtnerische Zeichnungen ausgestellt, die Schuhmacherei elegante Stiefel für Damen und Herren, die Bäckerei Weiß- und Schwarzbrot, Kuchen und Torten, die sogleich Käufer fanden. Die von den Kindern kunstooll ausgsführten Holz- und Papparbeiten erregten allgemeine Bewunderung. Der Abend fand seinen Abschluß in der von dem Damenkomitee unter Leitung der Frau Senator Fischer vorbereiteten Bescherung für 140 Zöglinge. Hoffentlich wird es der kürzlich in Angriff genommene Erweiterungsbau des Knäbenhaufes im nächsten Jahre der Anstalt ermöglichen, das Fest in eigenen Räumen zu feiern. < Frankfurt a. Main, Z. Januar. Die „Kleine Presse" entnimmt dem „Würzburger Journal" nachstehenden, dem Herausgeber der antisemitischen „Neuen Bayerischen Landeszeitung" in Würzburg gewidmeten Steckbrief: „Herr Anton Memminger hat den Abg. Köhl verklagt, weil dieser zur Vorsicht ihm gegenüber mahnte, „dessen Bestechlichkeit zeugenschaftlich bekundet sei" — so würde man vielleicht lesen, wenn M. ein Fünkchen von dem, was man Ehre nennt, besäße. Statt dessen schimpft er in seiner „Landeszeitung", wenn diese und andere Schlechtigkeiten ihm öffentlich vorgeworsen werden. Dabei sucht er sich durch Schwindel weiß zu brennen. Daß er sich und sein Blatt den Ultramontanen angeboten hat, wagt er nicht zu leugnen, so wenig wie seine Bestechung durch den „Juden" Zunz. Dafür erzählt er, Köhl habe ihm einmal sein Blatt zum Kaufe angeboten. Memminger soll doch das Angebot im Wortlaut, aber auch mit dem Datum veröffentlichen. Das kann höchstens vor mehr als 20 Jahren um die Zeit herum gewesen sein, wo M. das damals den Herren Köhl und Hecker allein gehörige demokratische Journal redigierte und die Gelegenheit benutzte, bei seinem Chef einen beträchtlichen Pump anzulegen, lieber anderer Leute reellen Geschäftsbetrieb würde der jetzige Abg. Memminger wohl besser schweigen; man könnte sich sonst einmal darum interessieren, wie oft er den Manifestationseid schwor und von hartherzigen Gläubigern — glücklicherweise stets vergeblich — ausgepfändet wurde." Dieser Herr Memminger ist ein guter