Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- S. C., Breslau
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 633 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 633 teils auf deren Empörung über das Treiben jüdischer Sozialisten, teils auf die angeblichen Preissteigerungen durch jüdische Händler zurückzuführen, dmf Sie nicht wundern. Der Krieg mit Japan hat so viele russische Unwahrheiten gezeitigt, daß es auf eine mehr oder weniger wirklich nicht ankommt. B. G. Berlin. Wir nehmen gern von Ihrer Mitteilung Kenntnis, daß Herr Di'. Willy Hoffmann in Neu-Guinea, der bei dem jüngsten Anschlag der Eingeborenen eine rühmliche Rolle spielte, ein Jude ist. L. ©., Breslau. Nach amtlichen Berichten dienen in der Mandschurei-Armee über 27 000 Juden. Man ist darauf gespannt, ob die russische Regierung das ihr aus jüdischen Kreisen zugegangene Gesuch, den Familien der im Kriege gefallenen jüdischen Soldaten zu gestatten, überall im russischen Reiche zu wohnen, berücksichtigen wird. M. S., Zabrze i. Schles. Es ist zu unserer Kenntnis gelangt, daß trotz des von dem Kriegsminister dem Vorsitzenden des geschästsführenden Rabbiner-Verbandes in Deutschland erteilten Bescheides jüdische Soldaten an den verflossenen hohen Feiertagen Dienst getan haben. Wir nehmen aber an, daß dies nur in solchen Fällen geschehen ist, in denen die jüdischen Soldaten die Befreiung vom Dienst nicht beantragt oder gar nicht gewünscht haben. Sollte irgendwo eine beantragte Dienstbefreiung nicht genehmigt worden sein oder in ähnlichem Falle in Zukunft nicht genehmigt werden, so wäre eine diesbezügliche Mitteilung an unser Bureau erwünscht. R. L., Königsberg i. Pr. . Warum wir die Ernennung des Prof. Dr. Minkowsky zum ordentlichen Mitglieds der Akademie für praktische Medizin in Cöln nicht erwähnt haben? Aus dem einfachen Grunde, weil dieser Herr vor dem Antritt dieser neuen Stellung seinen Glauben gewechselt hat. Das erinnert an ein Couplet Felix Schweighofers: „Dann geht's!" W. K., Hamburg. Am dritten Tage der Verhandlung gegen die „Engelmacherin" Wiese in Hamburg bekundete eine Zeugin, die Wiese habe einmal gesagt, „Kinderblut und Blut von weißen Tauben ist gut; das bringt Glück!" Die Wiese ist Katholikin, — wenn sie solchen Blutaberglauben hat, folgt daraus noch keineswegs, daß dieser Wahn sich irgendwo bei Juden vorfindet. I. H., Hersfeld. Wir sind Ihnen für die Ueberlaffung der Schnftstücke sehr dankbar. Es hat uns wahrhaft erfreut, daraus zu ersehen, daß der betreffende Unteroffizier eines kurhessischen Regiments, der bei einer jüdischen Familie in Falkenberg bei Hom-