Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. 626

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Stuttgart
Date
1904-11-01
Page
626 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2316602-2316714-2316725--13101-2334175
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

826 Im deutschen Reich. sie damals in Baden und in Preußen durchgeführt wurde, wäre heute nicht ausführbar. Zentrum und Antisemiten waren noch unbekannte politische Parteien; an den beiden Hochschulen wurde noch kein Jude grundsätzlich von den Studentenverbindungen ausgeschlossen; schon der Gedanke konfessioneller, evangelischer oder katholischer Verbindungen wäre dem Hohn der Gesamtheit verfallen gewesen. Noch immer wirkten Priester aus der Schule der Seiler, Weffenberg und Hirscher in der katholischen Kirche und das Zeichen des Syllabus hing noch nicht am Himmel. Aus dieser guten alten Zeit wird in Karlsruhe erzählt, daß man nichts Arges darin fand, wenn in den Räumen der dortigen Museumsgescllschaft Hebel, der Prälat der evangelischen Landeskirche, der katholische Dekan und der Stadtrabbiner eine Whistpartie zusammen spielten." < Parchim, 2. Novbr. Der Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde, Albert Elkan, feierte mit seiner Gattin am 19. v. Mts. in körperlicher und geistiger Frische die goldene Hochzeit. Der Grohherzog von Mecklenburg-Schwerin sandte dem Jubelpaare ein Glückwunschschreiben und sein Bild. Aus den weitesten Kreisen der Bevölkerung wurden außerdem dem Jubelpaare zahlreiche Beweise der Verehrung zuteil. Der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, dem der Jubilar seit zehn Jahren angehört und als Vertrauensmann sich mit Eifer widmet, sandte ihm ein Glückwunschschreiben. A Turin, 2. November. Der kommandierende General Ottolenghi, der im Kabinett Zanardelli vom 14. Mai 1902 bis zum Rücktritt Zanardellis am 21. Oktober 1903 das Amt des Kriegsministers bekleidet hat, ist gestorben. Ottolenghi, der bis zu seinem Tode ein Bekenner des jüdischen Glaubens geblieben ist, galt für einen der fähigsten Generäle der italienischen Armee. Er hat die Erziehung des jetzt regierenden Königs, wie nicht nur in Italien und im italienischen Heere anerkannt wird, mit ausgezeichneten! Erfolge geleitet. Er war schon 1859 Offizier, machte eine glänzende Karriere und kommandierte 1894—1902 das Armeekorps in Palermo. Nach dem Rücktritt deS Kabinets Zanardelli erhielt Ottolenghi, der 66 Jahr alt geworden ist, das Kommando des l. Korps. — Ein jüdischer Kriegsminister und General! Und Italien ist dennoch nickt zu Grunde gegangen! XBukarest, I. November. Während seines Besuches in Jassy hat König Karol auch eine jüdische Delegation empfangen, die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.