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Im deutschen Reich · 1904-11-01 · Heft 11 (November 1904) · p. 625

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 11 (November 1904)
Article
Diepholz
Date
1904-11-01
Page
625 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 625 Klage zu eiheben und ihn auf den Weg der Privatklage verwies, reichte er eine Beschwerde bei dem Oberstaatsanwalt in Celle ein, welcher den Ersten Staatsanwalt in Osnabrück anwieö, dem Gesuche Folge zu geben. Die nunmehr erhobene öffentliche Klage wurde jedoch durch den Beschluß der Königlichen Strafkammer vom 25. Februar d. Js. zurückgewiesen. Die dagegen seitens des Staatsanwalts eingereichte Beschwerde wurde dann von dem Oberlandcsgericht in (veüe durch Beschluß vom 5. März als unbegründet verworfen. Damit war der Instanzenweg erledigt. Herr Baurat Scherler ist aber am l. Juni d. Js. urplötzlich nach der Provinz Brandenburg versetzt worden und der Volksschullehrer Herr Erich Nagel damit der Versuchung überhoben, diesen Herrn höslich zu grüßen. ~ Ziegenhain, Bez. Cassel, 2. Novbr. Der Kultusbeamte der hiesigen israelitischen Gemeinde, Lehrer Philipp Dillof, hat am 16. September d. I. dem Kommandeur der 43. Infanterie-Brigade, die damals in dortiger Gegend im Manöver lag. mitzeteilt, daß bei dem Durchmarsch der Truppen durch Ziegenhain zahlreiche Mannschaften, besonders solche des 83. Infanterie-Regiments, die israelitischen Einwohner unseres Ortes durch verletzende Aeußerungen und Zurufe zu kränken versuchten, welche die Offiziere anhörten, ohne den Mannschaften diese Ungehörigkeiten zu verbieten. Herrn Dillof ist darauf folgendes, von Homberg, 19. Septbr. d. I. datiertes Schreiben zugegangen: 43. Infanterie-Brigade J.-Nr. 6! P. Euer Wohlgeboren erwidert die Brigade auf das Schreiben vom 16. d. Mts., daß sie mit aufrichtigem Bedauern von den geschilderten Vorgängen Kenntnis genommen und die unterstellten Regimenter angewiesen hat, dafür Sorge zu tragen, daß derartige Vorfälle sich nicht wiederholen. ± Stuttgart, 1. Oktober. In den hier vor einiger Zeit veröffentlichten „Jugenderinnerungen" des berühmten Klinikers, des ehemaligen Profeffors an der Universität Straßburg, Di. med. Adolf Kußmaul wird S. 90 über „Die Duldsamkeit der Väter" gesagt: „Mit Wehmut gedenke ich der schönen Tage, wo noch die milde Luft kirchlicher Duldsamkeit in der badischen Heimat wehte, und die Gebote der Bergpredigt höher standen, als die Dogmen der Konfessionen. In meiner Erinnerung hebt sich der Glaubensfriede der Väter wohltuend ab von dem wilden Gezänk und Fanatismus der Gegenwart. Eine Union der evangelischen Bekenntnisse, wie

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