Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 11 (November 1904)
- Article
- Graudenz
- Date
- 1904-11-01
- Page
- 623 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Korrespondenzen. 623 bä der Regierung, welche die Schule jährlich mit 500 Mk. unterstützt, Beschwerde führen. ± Posen, 3. November, lieber eine polnische Volksversammlung in Jnowrazlaw wird berichtet: „Der Reichstagsabgeordnete Pr. Krzyminski-Jnowrazlaw behandelte die Umwandlung des Stadtnamens in „Hohensalza" vom geschichtlichen Standpunkte aus, indem er sich auf das Magdeburger Recht berief. Hierauf brachte aber Rittergutsbesitzer Dr. v. Brodnicki in Groß-Koluda bei Amsee die Angelegenheit auf das politische Gebiet. Er griff die deutschen Stadtverordneten jüdischen Glaubens, denen allein er die Schuld an der Namensänderung zuschob, an und sagte u. a.: „Nicht die Regierung, nicht die bösen Hakatisten, sondern die Juden sind die größten Feinde des Polentums, deshalb muffen die Juden auch als Feinde des Polentu ins behandelt werden." Die Ausführungen des Herrn v. Brodnicki blieben aber nicht unwidersprochen. Ein sozialdemokratischer Redner antwortete, die größten Feinde des Polentums seien die polnischen Junker und Pfaffen. ± Samotschin, 3. November. Am IG. v. Mts. fand hier unter Vorsitz des Regierungspräsidenten von Günther aus Bromberg und unter großer Beteiligung der Bevölkerung sowie verschiedener Kriegervereine die Enthüllung eines Kriegerdenkmals in würdevoller Weise statt. Das Denkmal, eine Zierde der Stadt, enthält eine Gedenktafel aus Bronce, auf welcher der Kriegerverein die Namen der im Kriege gegen Frankreich gefallenen Soldaten aus Samotschin ehrt, unter denen auch der Name des Sekondeleutnants Sali Cohn, eines Sohnes dieser Stadt, verzeichnet ist. Köln a. Rh., 4. November. Der Königl. Eisenbahn-Betriebs- Sekretär Jsaac Mütter, ein langjähriges Mitglied des Central- Vereins, hat bei seinem Uebertritt in den Ruhestand den Königlichen Kronenorden erhalten. * Duisburg, 1. November. Die „Rhein- und Ruhr-Ztg." berichtete vor wenigen Wochen über das tragische Geschick des Vikars Paulus Bernstein, der gegenwärtig in mehreren Städten des Niederrheins religiös-philosophische Vorträge hält. Als Sohn eines Rabbiners 1854 in Alexoten bei Kowno in Rußland geboren, besuchte Isaak Bernstein das Gymnasium in Breslau, studierte dann in Leipzig Philosophie, trat später in Bonn zum Christentum über. Die „Rhein- und Ruhr-Zeitung" berichtet wörtlich: „In Gegenwart der gesamten evangelischen Fakultät wurde er von Christlteb durch die Taufe als Paulus Bernstein in die evang. Kirche