Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- M. S., Leipzig
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 568 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
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558 Im deutschen Reich. ihrer Lage zu erwarten. Bei einem etwaigen Lohnkampfe könnten sie ohne ein Bündnis mit den jüdischen und weiblichen Angestellten gar nichts erhoffen! L. P., Leipzig. Es ist richtig, daß in einem der Briefe Henrik Msens, die im Septemberheft der „Neuen Rundschau" (Verlag S. Fischer) abgedruckt sind, der gefeierte Schriftsteller die Juden den „Adel des Menschengeschlechts" nennt. Wenn es wahr ist, daß Adel Pflichten auferlegt („noblesse oblige!“), dann stimmt die Bezeichnung, denn Pflichten werden den Juden reichlich auferlegt; aber ihre Rechte stehen zumeist nur auf dem Papier! H< R., Nürnberg. Daß die dortige „Fränkische Tagespost", den protestantischen Missionar Dr. Walfisch zu einem jüdischen Rabbiner stempelt, ist drollig. Das Blatt verweist auf ein Schreiben dieses Misfionspredigers, in dem er für einen großen von ihm erfundenen aber sehr geheimnisvollen Plan zur Vernichtung der Sozialdemokratie um milde Gaben bittet, die Namen der Spender Sr. Majestät bekannt zu geben verspricht und sich auf das Wohlwollen der Regierung beruft, die ihm für seine Korrespondenzen Portofreiheit und für seine Reisen freie Fahrt oder doch Fahrpreisermäßigung bewillige habe. Dazu bemerkt die „Fränkische Tagespost", der „Rabbi Walfisch weiß, wo heute noch Geschäfte zu machen sind." — Im vorigen Jahre haben wir (S. 608, Heft 10, 1903) bereits von ihm berichtet, daß er in Rundschreiben „liebe Brüder im Herrn!" ersucht habe, zu gunsten seiner Judenmisfions-Bestrebungen, für deren Unterhalt nebst Versorgung seiner Familie er fast vollständig von freiwilligen Gaben abhänge, ihm Soßenpulver abzukaufen. Am 1. Oktober v. I. hat er Tilsiterstr. 14/15 am Versöhnungstage einen Missionsvortrag für Juden gehalten. Rabbiner ist er niemals gewesen; zahlreiche Metamorphosen hat er aber sicher durchgemacht, da er fast zweifellos mit. dem Herrn identisch ist, der uns vor zwei Jahren von ihm gedichtete und komponierte „Lieder zu Agitationszwecken" zu verkaufen suchte. Ohne zu ahnen, daß der Komponist nebenbei Judenmissionar sei, haben wir es damals abgelehnt, durch ihn unsere Bewegung ,,auf Flügeln des Gesanges" weiter tragen zu lassen. Krrcherschau. Was ist, will und leistet der Deutsch-Israelitische Gemeindebund? Druck von R. Voll, Berlin, 1904. Das Schriftchen versucht ein Gesamtbild der Wirksamkeit des