Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1904)
- Article
- O. C., Hannover
- Date
- 1904-10-01
- Page
- 567 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Briefkasten der Redaktion. 567 samkeit" lernt man auf der Universität auch in merkwürdigem Lichte kennen. Hat der deutsche Student etwas Plumpes in der Art, des „Guten" zuviel zu tun, so hat der jüdische etwas Raffiniertes. Er ist der wirklich viehische Schlemmer und Völler. Das Esten spielt bei ihm eine größere Rolle als beim Deutschen; er liebt das Pikante. Ebenso ist ihm zum Trinken das Bier nicht gut genug, dafür liebt er Absinth u. dgl. Er raucht fast ausschließlich die stärksten Zigaretten, außerdem Wasserpfeife oder gar Opium. So ist jedenfalls der jüdische Student; — der Geschäftsmann mag anders fein". — Der Göttinger c;uhL pliil. Adolf hatte „jedenfalls des „Guten zuviel" getan, als er diese Schilderung entwarf, die wohl Plumpes, aber gar keine Art hat! O. L., Hamburg. Der Artikel des dortigen „Deutschen Blattes" „Der Jom Kippur- und der Anti-Sedanfeierjude" ist nichts anderes als ein aufgewärmter Schmarren aus der Hinterlassenschaft des kürzlich verstorbenen Wilhelm Marr, der bekanntlich im Alter seine antisemitischen „Jugendeseleien* bereut hat. Für den „deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Verband Berlins und der Vororte" bot aber auch in diesem Jahre die Sedanfeier die beste Gelegenheit, eine Kontrol- Versammlnng der antisemitischen Schutztruppen zu veranstalten. Herr Wilhelm Bruhn forderte in seiner Ansprache diese Truppen „angesichts des befremdlichen Zurückweichens maßgebender Kreise vor dem volksfeindlichen Ansturm" zur Betätigung deutsch-nationaler Gesinnung durch Unterstützung der „Staatsbürger-Ztg." auf. Der am I. Oktober in die Leitung des Verbandes in Hamburg eintretende Gauvorsteher Döring wurde von seinem Adjutanten Blobel hochgepriefen, merkwürdiger Weise ohne Ueberreichung des sonst in solchen Fällen bei den Antisemiten unerläßlichen Lorbeerkranzes. Wenn Wilhelm Marr noch lebte, er würde nach solcher antisemitischen Feier des 2. September vielleicht selbst zum „Anti-Sedanfeier-Juden". X., Hamburg. Wir haben kein Recht, uns mit den Verdiensten eines Mannes zu brüsten, der zwar nicht getauft, aber konfessionslos war. Anonyme Einsendungen lassen wir übrigens grundsätzlich unberücksichtigt. M. S., Leipzig. In der national - sozialen Zeitschrift „Die Hilfe" hat sich neuerdings der frühere Geschäftsfri'cher der Landes- Geschäftsstelle Leipzig des „Deutsch - nationalen Handlungsgehilsen- Verbandes" Franz Schneider entschieden gegen das Treiben seiner früheren Verbands-Kollegen erklärt. Nach seiner Meinung, die zwar früher etwas anders lautete, haben die Handlungsgehilfen von dem jetzigen Mittelstände und von ihren ganzen nationalen Bestrebungen keinerlei Besserung