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Im deutschen Reich · 1904-10-01 · Heft 10 (Oktober 1904) · p. 553

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 10 (Oktober 1904)
Article
Kottbus
Date
1904-10-01
Page
553 (sequence 2)
Language
German
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Korrespondenzen. 553 Kirche dürfe nicht sagen: „Ich habe mit dem öffentlichen Leben nichts zu tun." Seit 25 Jahren suche er (Stöcker) die rechte Linie zwischen Christentum und Sozialpolitik inne zu halten. Oreäat .IuüL6U3 Apellal Auf dem 8. christlich-sozialen Parteitage in Frankfurt-Sachse nhausen erklärte Stöcker am 28. September, in der Tiefe aller Dinge, auch der politischen, stehe doch das Christen, tum. Bei der Besprechung der innerpolitischen Lage erzählte er, daß nach der Mitteilung eines bekannten Mannes, der es wissen müsse, die Obstruktion im Reichstag, die „Gewaltakte gegen die Parlawentsordnung" nicht auf die christlichen, sondern die ^jüdischen Elemente", die Singer und Stadthagen zurückzuführen sei. Der „teure Gottesmann" kann das Politisieren nicht lassen! H Nordhausen, 2. Oktober. Der Gutsbesitzer Buchholz in Mackenrode, dessen plötzliches Verschwinden in hiesiger Gegend unliebsames Aufsehen erregt, gehört zu dem Bezirksvorstände des Bundes der Landwirte und hatte für diesen den genossenschaftlichen Einkauf landwirtschaftlicher Artikel zu besorgen. Nach einer von einem Magdeburger Vertreter des Bundes vorgenommenen Revision soll festgestellt sein, daß mehrere Tausend Mark aus der Buchholz anvertrauten Kasse fehlen. Die Antisemitenblätter berichten dieses Vorkommnis selbstverständlich ohne den ihnen sonst so geläufigen Refrain: „Wieder Einer!" co Kassel, 2. Oktober. Die „Staatsbürger-Zeitung", hatte berichtet, daß bei der Einweihung der hiesigen Bismarcksäule ein Herr Schwarz dem Festredner vorgeworfen haben sollte, der Verdienste des antisemitischen Assessors vr. Winterstein um die Erbauung der Säule nicht gedacht zu haben, und das das dann auf Winterstein ausgebrachte Hoch von dem Ruf des „jüdischen" Professors Dr. Hornstein unterbrochen worden sei: „Dr. Winterftein ist ein Lump". Dies bedarf nur insofern der Berichtigung als Herr Prof. vr. Hornstein hier nicht als Jude, sondern als „gläubiger Christ" bekannt ist. .Er ist als Student im Alter von 18 Jahren zum Christentum übergetreten, hat später eine Christin geheiratet und wohl nie geahnt, daß er 42 Jahre nach seinem Übertritt von der „Staatsbürger-Zeitung" als Jude angefprochen werden und, wegen seiner Aeuherung des Unwillens über eine unvorhergesehene Ovation, gegen die auch noch andere Herren demonstrierten, einer „infamen Beleidigung^ bezichtigt werden würde. -f Köln a. Rh., 6. Oktober. Die „Köln. Ztg." bringt unter der Rubrik „Südafrika" folgende Notiz: „vr. I. L. Landau, Rabbiner in Johannesburg, sendet uns folgende Berichtigung

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