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Im deutschen Reich · 1904-09-01 · Heft 9 (September 1904) · p. 506

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 9 (September 1904)
Article
S. H., München
Date
1904-09-01
Page
506 (sequence 2)
Language
German
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506 Im Vrulschen Reich. der KapiLaljude, mittelst seines zusammengeräuberten Vermögens den mächtigsten Staat zu einer Einwilligung in die Emanzipation seiner Juden zwingt." — Und dem Blatt gewährt die Münchener Filiale der „Deutschen Bank" durch Zuwendung teuer bezahlter Inserate eine wesentliche finanzielle Unterstützung! Daß die Firma Sigl-Nackfolger dem Grundsätze „Xon ölet“ huldigt, ist eben antisemitischer Brauch: bedauerlich ist es aber, daß bedeutende Bankinstitute die Reklamen in antisemitischen Blättern nicht entbehren zu können glauben! LI.. Teplitz. Die auch von den deutschen Antisemiten so häufig mit Emphase betonte „monarchische" Gesinnung ist auch bei den österreichischen Antisemiten ziemlich fadenscheiniger Art. Dieselben Leute, die vorgeben, die einzigen zuverlässigen Stützen von Thron und Altar zu sein, ergehen sich sofort in revolutionären Redensarten und anarchistischen Drohungen, wenn ihnen ihre Parteiinteressen gefährdet erscheinen. Ihnen gilt nur der Satz: „Und der König absolut, wenn er uns den Willen tut!" Am Geburtstage des Kaisers von Oesterreich beschloß der Volkstag zu Troppau, an dem über 10 000 Personen aus allen Teilen Oesterreich-Schlesiens teilgenommen haben sollen, eine Resolution, in der gesagt wird. „Der Volkstag sieht in den beabsichtigten Maßnahmen der Regierung die geeignetsten Mittel, um in den bisher stets loyalen und geduldigen Herzen der Deutsch-Schlesier jede Anhänglichkeit an den Gesamtstaat, jedes patriotische und dynastische Gefühl (!) bis auf die Wurzel auszurotten." Nach Annahme dieser Resolution, der eine aufreizende Rede des Abg. Wolf vorausgegangcn war, zogen die Mafien der Teilnehmer unter Wolfs Führung nach dem Palast der Landesregierung, wo das Kaiserfestmahl stattfand, und stimmten dort die „Wacht am Rhein" an. Die vor dem Palast aufgestellte Militärkapelle spielte dagegen österreichische Lieder und nun kam es^ zu einem Zusammenstöße der Demonstranten mit den Gendarmen, wobei mehrere Personen durch Bajonettstiche verletzt wurden. Unmittelbar darauf bildeten ein Bataillon Infanterie und ein Zug Kavallerie einen starken Cordon vor dem Regierunge gebäude in Troppau. Am Tage vorher hatte Georg Schönerer in einem Schreiben an den Magistrat der Stadt Eger auf das ihm am 13. Februar 1899 verliehene Ehrenbürgerrecht verzichtet, weil der Stadtrat unter einmütiger Zustimmung des Germindearrsschufies am 4. August d. Js. beschlossen hatte, „den Kaiser von Oesterreich, benfelbctt Monarchen also, der bekanntlich das Ministerium Badeni mit den. berüchtigten Sprachverordnungen wiederholt seines vollsten Vertrauens versicherte und nach wie vor die Slawifierung der deutschen Gebiete veranlaßte, zum Besuche der Stadt Eger einzuladen." — Mel ,pa-

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