Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- L. R., Breslau
- Date
- 1904-09-01
- Page
- 503 (sequence 2)
- Language
- German
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Briefkasten der Redaktion. LNZ zu schützen. — In Tfchernowitz an der Westbahn wird es den Juden verwehrt, die öffentliche Badeanstalt zu benutzen. Was sagt die Bezirks-Hauptmannschaft zu solchen Vorgängen?" — Der czechische Antisemitismus gehört bekanntlich zu den bedenklichsten Erscheinungen dieser Bölkerseuche. G. H., Stettin. Die bereits von dem Opernsänger Julius Lieban öffentlich widerlegte Nachricht, daß er es gewesen sei, der versehentlich seinen Bruder Adalbert bei einer Ruderfahrt auf dem Möllnsee durch einen Fehlschuh verletzt habe, veranlaßt die „Staatsöürger-Ztg." zu der geistreich sein sollenden Bemerkung: „Bekanntlich sind die Liebans Juden; ihre Treffsicherheit ist also nicht weiter verwunderlich, zumal, wenn man berücksichtigt, daß sie sich zusammen in einem Boote befanden." — So viele „Böcke" wie Herr Bruhn hat allerdings Julius Lieban noch nicht geschossen. B. L., Köln a. Rh. Die „Münch. Neuesten Nachrichten" haben s. Z. darauf hingewiesen, daß am schwarzen Brett des Kissinger Bade-Kommissariat folgende Einladung zu lesen war: „Morgen und künftig jeden Mittwoch, beginnend mit 7 Uhr abends, freie gesellige Zusammenkunft katholischer Badegäste Villa Rosenhügel in reserviertem Raume." Hierzu ist den „Münch. N. Nachr." geschrieben worden: „Es handelt sich hier um eine Neugründung des vr. Heim, Abgeordneten aus Ansbach, die bestimmt ist, einem hier längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen. Man munkelt bereits von einem bevorstehenden Zentrumsantrag in der Kammer der Abgeordneten, die bisherigen drei Simultan-Badeanstalten in konfessionell geschiedene Badehäuser umzuwandeln." Die katholische „Köln. Volkszeitung" erwiderte darauf mit dem Hinweis auf die Nr. 27 der Zeilschrift „Wartburg" vom 1. Juli, in welcher für 11 österreichische Städte regelmäßige Zusammenkünfte der evangelischen Touristen und Sommergäste in folgender Fassung angekündigt wurden: „Evangelische Glaubensgenossen treffen sich und bitten durchreisende Freunde um ihren Besuch au folgenden Orten u. s. w." — Es war zu erwarten, daß man sich nicht damit begnügen würde, die Juden zu boykottieren, denn bei der Sucht, alles zu konfessionalisieren, kommt es notwendig auch zur Erweiterung des Zwiespalts zwischen den Katholiken und den Protestanten. Auf dieser schiefen Ebene ist kein Halt zu gewinnen. P. M., Hamburg. Wenn die hier dort erscheinenden ,Deutsch- Sozialen Blätter" in der Notiz „UeberfüUung und Verjudung des Aerztestandes" sich gegen die „Warnung des Aerzte-Vereins- Bundes vor dem Ergreifen des ärztlichen Berufes" wenden, weil das