Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 9 (September 1904)
- Article
- Graudenz
- Date
- 1904-09-01
- Page
- 486 (sequence 2)
- Language
- German
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486 Im deutschen Reich. und ihren Angehörigen, die alle treulich zu ihr stehen, die von ihrc.n Manne hinterlaffenen Schulden, die sie redlich abzutragen gewillt ist. Nun ist eine Wechselschuld von 880 Mark fällig. Gläubiger ist ein Jude, der Holzhändler L. in Briefen. Herr L. kam pünktlich an und stand der geängsteten Frau gegenüber. Sie meinte, nun würde er sich nach ihrem etwaigen Besitzstände erkundigen, um feine Forderung, wenn auch nur teilweise zu decken. Allein Herr L. erkündigte sich zuerst danach, ob sie eine gesicherte Wohnung habe, dann, wie sie sich mit ihren vier kleinen Kindern durchzuhelfen gedenke. Er will ihr sogar zu ihrem besseren Fortkommen noch behilflich sein. Da kann sich Frau Th. des Einwurfs nicht erwehren, daß sie ihm ja eine große Summe schon schulde. Herr L. erklärt, daß er nicht gekommen ist, ihr etwa das letzte Bett wegzunehmen, sondern daß er und seine Frau eins geworden sind, die ganze Forderung fallen zu lasten. Nun erfahr er auch, wie treulich die Angehörigen der Witwe, Mutter und Geschwister, sich ihrer annehmen. Eine jüngere Schwester hat ihre mühsam verdienten Ersparnisse freudig hingegeben und eine Schuld von 200 Mark bezahlt, damit nicht andere durch Verfallen der Schuld in Mitleidenschaft gezogen werden. ,Ja, es gibt noch Menschen!" rief Herr H. zuletzt bewegt aus. „Das soll in den „Geselligen" kommen, und Sie wollen es dorthin befördern." Das habe ich hiermit getan. Blandau, im Juki 1904. von Snarski, Lehrer." (Wir ergänzen den Bericht des „Geselligen" durch -die Mitteilung, daß Herr Holzhändler L., dessen voller Name uns wohlbekannt, unser treues Vereinsmitglied ist, welches das freiwillige Anerbieten einer Schwester der Frau Thierling, die Schuld ihres Schwagers in Monatsraten abzutragen, ablehnte und das Mädchen veranlaßte, die angebotenen Raten den Waisen Thierlings zuzuwenden. Die Redaktion.) > Komtz, 2. September. Vor dem hiesigen Schöffengericht habere sich heute die Redakteure verschiedener Zeitungen und der Herausgeber der Preuß. Korrespondenz Adolf Zimmermann-Berlin wegen Beleidigung des Schlossers Berg und seiner Ehefrau geb. Roß zu verantworten. < Königsberg i Pr., 1. September. Wie bie „Königsbergs Allg. Zig." s. Z. mitgeteilt hat, ist am 17. Juli d. I. der langjährige Stadtverordnete, Bankier Robert Cohn, auf einer Dünenwanderung, die er in Begleitung seiner Tochter von Kranz nach Memel unternommen hatte, vom Hitzschlage betroffen worden und unterwegs verstorben. Der Central-Derein betrauert in dem Dahingeschiedene^