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Im deutschen Reich · 1904-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1904) · p. 434

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1904)
Article
München
Date
1904-07-01
Page
434 (sequence 2)
Language
German
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434 Im deutschen Reich- Der Staatsanwalt am königl. Oberlandesgericht München, Eduard Silbermann, wurde zum Oberlandesgerichtsrat ernannt. x Nürnberg, I.Juli. Ein Führer der hiesigen Antijemiten, der Juwelier Weng er, der mit seiner Frau im Scheidungsprozesse lag, hat sich erschoffen. -s- Karlsruhe i. B>, 2. Juli. Auf dem hiesigen israelitischen Friedhofe ist am 28. Mai d. I. einer der angesehensten Juristen, der Oberlandesgerichtsrat vr. Julius Heinsheimer, beerdigt worden. Auf dem Friedhofe waren der Justizminister Freiherr von Dusch, mehrere Rate des Ministeriums des Innern, die Präsidenten und Räte des Oberlandesgerichts und viele Karlsruher und auswärtige Richter und Anwälte anwesend. Stadtrabbiner vr. Appel betonte in der Grabrede, daß der Verstorbene nicht nur ein scharfsinniger Richter, sondern auch ein humaner Mensch gewesen sei. Der Erstchargierte der Verbindung „Cheruskia" legte an der Bahre des Alten Herrn dieser Verbindung einen Kranz nieder. >! Wien, 4. Juli. Nach wochenlanger Krankheit ist gestern in Edlach der Schriftsteller vr. Theodor Herz! im Alter von 43 Jahren aus denk Leben geschieden. Von dem leider so früh dahingerafften geistvollen Feuilletonisten schreibt das „Berliner Tageblatt": „Herzl war der begeisterte Führer der zionistischen Bewegung im Judentum und hat für seine Idee mit einer Energie gewirkt, die Achtung verlangt, auch toenn man die Anstrengungen in dieser Richtung für verfehlt hält. Seit er in seiner Broschüre „Der Judenstäat" den Gedanken des Zionismus zum ersten Male verfocht, hat er nicht aufgehort, zusammen mit Max Nordau in Paris, in Reden und Schriften unablässig für das erträumte Zukunftsreich Propaganda zu machen. Die Kongreffe der Zionisten in Basel und London, die Ausarbeitung des Programms für das Aktionskomitee, ein großer Teil der bisher erreichten praktischen Erfolge sind auf die Arbeit Herzls zurückzufnhren, dessen stattliche Erscheinung ein ebenso wirksames Agitaticnsmittel war wie seine überzeugte Begeisterung. Auch als Dichter ist Herzl mit seinem Roman „Altneuland" für den Lieblingstraum seines Lebens eingetreten, auch ohne den durchschlagenden Erfolg, den er erhofft hat. Freier entwickelte sich seine Begabung in dem Schauspiel „Solon in Lydien", einem gedankenvollen Thesendrama, oaS am Berliner Schauspielhaus« einen anständigen Erfolg erzielte. Herzl blieb eben auch als Dichter stets der dialektische Verfechter geistreicher Theorien und entbehrte zu sehr der schöpferischen Kraft, um durch seine Gestalten zu überzeugen. Sein Werkzeug war da» Wort, mit dem er zu rühren oder zu verblüffen wußte. Als

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