Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1904)
- Article
- Pyritz
- Date
- 1904-07-01
- Page
- 431 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- chapter
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2316602-2316714-2316722--12687-2333655- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Korrespondenzen. 431 Es liegt offenbar System in der Verbreitung der unglaubwürdigsten Nachrichten, und es ist tief bedauerlich, daß sich auch ein großer Teil der Provinzpresie zur Verbreitung solcher Meldungen mißbrauchen läßt. Da auch in unserm Wirkungskreise, besonders durch das „Pyritzer Kreisblatt" durch derartige Nachrichten ein falsches Bild von jenen Ereignissen allmählich geschaffen werden soll, so sehen wir uns veranlaßt, im nächsten Vierteljahr noch einmal aus die Koniher Vorgänge zurückzukommen, und werden bei dieser Gelegenheit nicht verfehlen, auf die ritualmordverdächtigen Fälle der Geschichte näher einzugehen." — Es ist bemerkenswert, daß Herr Krösell nicht mehr von einem Konitzer „Ritualmord", sondern nur von einem „Blutmord" spricht und nur noch aus ritualmordvcrdächtige Fälle eingehen will, während er früher seiner Sache auf grund „talmudischer Studien" ganz gewiß sein wollte. Das ist allerdings „verdächtig." -j- Danzig, 2. Juli. Bei der kürzlich hier im „Danziger Hofe" abgehaltenen 7. Tagung des „Westpreußischen Synagogen- Gemeinden-Verbandes" eröffnete der Vorsitzende, Rechtsanwalt Behrendt-Danzig, die Verhandlungen mit Dankesworten an alle Mitarbeiter und dem Hinweis auf den Verwaltungsbericht, welcher den Mitgliedern des Verbondsausschuffes gedruckt zugegangen war- Aus der Tätigkeit des Ausschuffes im abgelaufenen Verwaltungsjahr hob der Vorsitzende besonders hervor, daß es gelungen sei, ein drohendes Schächtverbot abzuwenden. Alsdann erstattete Rabbiner vr. Freudenthal-Danzig Bericht über den Stand des Religionsunterrichts an den 49 Religionsschulen der Provinz, von denen 3l durch die Mitglieder des Westpreußischen Rabbinerverbandes inspiziert worden sind. Nachdem der Schatzmeister Kadisch-Danzig dieKassenverhältniffe dargelegt hatte, erörterte Rabbiner vr. Rosenberg-Thorn die Frage der Bezirksrabbinate auf Grund eines vom Westpreußischen Rabbinerverband abgefaßten Gutachtens. Hierauf besprach der Verbandsvorsitzende die Stellungnahme des Westvreußischen Verbandes zu der Gesamtorganisation der deutschen Juden und empfahl, die bisherige ablehnende Haltung aufzugeben und im Interesse des Ganzen nicht mehr abseits zu stehen. Der Beitritt wurde nach kurzer Debatte einstimmig beschlossen. Zuletzt erörterte Professor vr. Horowitz-Thorn das Thema: „Was können wir für unsere schulentlassene Jugend tun?" Es wurde der Wunsch ausgesprochen, den mit Beifall aufgenommenen Vortrag veröffentlicht zu sehen. «- Pr. Stargard, l. Juli. Dem Beigeordneten, Herrn Fabrikbesitzer A. Goldfarb, Vorsitzenden der Synagogengemeinde Pr. Star-'