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Im deutschen Reich · 1904-06-01 · Heft 6 (Juni 1904) · p. 359

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 6 (Juni 1904)
Article
Berlin
Date
1904-06-01
Page
359 (sequence 5)
Language
German
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Korrejponvenzen. 359 ansässig zu machen. Am 15. Mai erstattete in der Generalversammlung der?.A31iance‘£ der Generalsekretär Jacques BigarL den Jahresbericht und bot dabei eine interessante Schilderung der vielseitigen segensreichen Tätigkeit, die in Südrußland, Rumänien und Marokko zu Gunsten der schwergeprüften Glaubensgenossen entfaltet wurde. Sodann widmete Konsul Simon aus Hannover für diese eifrige Tätigkeit der ..Alliance“ und ihren Präsidenten Narcisse Leven Worte herzlicher Anerkennung. Leven erwiderte, daß die Fortschritte der „Allmnee“ nicht auf ihn, sondern auf alle die Mitarbeiter zurückzuführen seien die ihm stets treu zur Seite gestanden. Zu ihnen gehöre Konsul Simon, dessen Verdienste um das Judentum nicht zu hoch veranschlagt werden könnten. Ferner gedachte der Präsident der bewährten Männer, die es ennöglichten, die schöne Bibliothek zu gründen, die man an diesem Tage einweihe. Vor Allen sei es dem verewigten I. M. Rothschild zu danken, daß die Allianz eine jüdische Büchersammlung besitze, wie keine zweite in der ganzen Welt vorhanden sei. Auf das allgemeine Werk der „Alliance“ zurückkommend, betonte Leven, daß es sich weiter ausdehnen müsse zum Besten unserer bedrückten Glaubensbrüder und zur Ehre der gesamten Judenheit. Die „Deutsche Tageszeitung" berichtete am 19. v. Mts. über eine am Tage vorher in Charlottenburg abgehalteneStadtverorhneten- Versammlung: „Eine Judendebatte gab es gegen Ende der Sitzung. Die Luisenkirchengemeinde erbat von der Stadt die Überlassung eines Grundstückes für den Bau eines Anstaltsgebäudes für den Verein „Kaiser Friedrich. Dank". Professor Dr. v. Lißt beantragte, die Vorlage des Magistrats abzulehnen, weil das Statut des Vereins wohl die Aufnahme von jüdischen Mitgliedern zuläßt, ihnen aber keinWahlrecht einräumt. Oberbürgermeister Schustehrus betonte, daß kein Anlaß vor liege, hier die konfessionelle Frage aufzuroüen. Stadtverordneter G red y rühmte den Wohltätigkeitssinn der Juden und trat für Annahme der Vorlage ein. Die Sozialdemokraten waren in der Frage gespalten. Schließlich wurde der Antrag v. Lißt angenommen und die Ueberlassung des Terrains verweigert." Sorau, 1. Juni. Der Stadtverordneten-Versammlung war eine Magistratsvorlage zugegangen, in welcher auf Grund eines Gutachtens des Schlachthofdirektors, wonach „das Schächten des Viehs als eine den Gesetzen der Humanität direkt widersprechende Schlachtmethode zu erachten sei", ein Schächtverbot auf dem städtischen Schlachthofe empfohlen wurde. In einer Eingabe hat aber gleichzeitig die hiesige Synagogengemeinde gebeten, von einem Verbot

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