Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Frankfurt a. M.
- Date
- 1904-05-01
- Page
- 305 (sequence 2)
- Language
- German
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Korrespondenzen. 303 Goldschmid mit, daß diese Stiftung an der sich mehr als tausend frühere Angehörige der Schule beteiligt haben, die Höhe von 100 000 Mk. erreicht hat. Als Vorsitzender des Schulrats überreichte Stadtrat a. D. Horkheimer, dem früheren langjährigen Leiter der Anstalt, Direktor L)r. Bärwald, die für ihn allein in Gold geprägte Jubiläumsdenkmünze. Herr Fritz Auerbach schloß die erhebende Feier mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch, worauf die Festversammlung die Kaiserhymne sang. Am 13. April nahmen nachmittags die festlichen Veranstaltungen ihren Fortgang mit Aufführungen früherer und jetziger Schüler und Schülerinnen im großen Saale des Saalbaus, der bis auf den letzten Platz mit einem festlich gekleideten Publikum gefüllt war. ± Leipzig, 3. Mai. Der um viele Wohlfahrtseinrichtungen hochverdiente hiesige Vertrauensmann des Eentral-Vereins, Alphons Jacobson, Mitinhaber der Firma Knauth, Nachod L Kühne, ist nach kurzer Krankheit in New-?jork an einer Lungenentzündung verstorben. Sein frühes Hinscheiden bedeutet nicht nur einen schweren Verlust für die hiesige Israelitische Religionsgemeinde, sondern auch für viele jüdische humanitäre Institutionen in anderen deutschen Städten und wird auch in den Kreisen des Central-Vereins, den er eifrig gefördert hat, aufrichtig betrauert. Das Bild dieses unvergeßlichen Menschenfreundes zeichnet N. A. Nobel in der „Jüdischen Presse" mit den treffenden Worten: „Die Arbeit im Dienste werktätiger Nächstenliebe, im Dienste des praktischen Judentums war ihm eine Erholung von seiner umfaffenden geschäftlichen Tätigkeit im Dienste seiner Weltfirma. Was sich irgend an jüdischem Leben in Leipzig regte, das war mit dem Namen Alphons Jacobson verbunden. Alle jüdischen Vereine, mögen sie wissenschaftlichen, geselligen oder wohltätigen Zwecken dienen, werden ihn aufs schmerzlichste vermissen. Viele Tränen werden im Verborgenen fließen. Manchem jüdischen Gelehrten ist der helfende Arm erlahmt. Witwen und Waisen haben einen Vater verloren. Die Hände der Schwachen stärkte er. Die Kniee der Wankenden richtete er auf. Den Strauchelnden belebten seine Worte. Den Blinden war er ein Führer, jedem Unglücklichen ein warmherziger Bundesgenoffe." Furth, 1. Mai. Der zur christlichen Kirche übergetretene galizische „Schnorrer" Gustav Roth ging hier unter Verschweigung seines Glaubeaswechsels die israelitischen Wanderunterstützungsvereme um Reiseunterstützung an. Bei feiner Festnahme in Fürth wurden ihm über 100 Mark abgenommen. Den hiesigen israelitischen Warrder-