Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1904)
- Article
- Rheydt
- Date
- 1904-05-01
- Page
- 302 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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302 Im deutschen Reich. Soldat ausgezeichnet. Luxemburg, den 27. I I. 1832." 2. „Der Gefreite Heinemann Lenneberg zu Lennhausen hat sich vorzüglich geführt. Dassel, den 23. Sept. 1871." 3. ^Der einjähr. Freiwillige Jul. Lenneberg von Rhevdt hat sich gut geführt. Cöln, 30. September 1901." — Raphael Lenneberg ist der Großvater, Heinemann Lenneberg, dessen Sohn und Jul. Lenneberg, dessen Enkel; von Raphael L. haben überhaupt 4 Söhne gedient, wovon einer zum Vicefeldwebel und 3 zu Gefreiten befördert wurden, außerdem 3 Enkel, wovon einer zum Unteroffizier, zu Gefreiten befördert worden sind. r>r. K.Hamburg, 2. Mai. Die Ortsgruppe Hamburg-Altona hatte zu einer Versammlung am 19. April eingeladen, für welche der Frankfurter Rabbiner, Herr Dr. Seligmann, in liebenswürdiger Bereitwilligkeit einen Vortrag: „Der Wille zum Judentum" zugesagt hatte. Schon lange vor dem anbcraumten Beginn der Versammlung war der große „Weiße Saal" in Sagebicls Etablisiement bis auf den letzten Platz gefüllt, ein Zeugnis für die dankbare Anerkennung, welche hier die Bestrebungen des Eentral-Vereins finden. Nachdem Herr Rechtsanwalt Pr. Samson die Versammlung im Namen des Vorstandes der Ortsgruppe begrüßt hatte, sprach Herr Dr. Seligmann einleitend von dem in einem jeden deutschen Juden trotz aller Verkennung und Verketzerung lebendigen Willen zum Deutschtum, von allem, was wir dem Deutschtum verdanken,.was uns mit dem Deutschtum unauflösbar verkettet. Mit diesem Willen zum Deutschtum muß sich aber der Wille zum Judentum verschwistern. Der Kernspruch des Talmuds: .Das Religionsgesetz muß vor dem Staatsgesetz zurücktreten" beweist, daß man es auch in der alten Zeit verstand, den Willen zum Judentum mit dem Willen zu vaterländischer Gesinnung zu vereinen. Aus diesem Willen erklären sich jene ernsten Versuche, das Judentum mit der Zeitphilosophie zu versöhnen. In allen Zeiten, unter allen Verhältniffen blieb dieser Wiste ungebrochen. Er wuchs aus der gesunden Ueberzeugung von der ewigen Wahrheit des Judentums heraus; er rankte sich an der gewaltigen Geschichte Israels empor; seine Blüten waren Duldergröße und Selbstbewußtsein; seine Fruchte wird eine verheißene große Zukunft reifen. Erst in unseren Tagen erlahmt dieser stolze Wille zum Judentum. Treulostgkeit, die ebenso undeutsch wie unjüdisch ist, zehrt wie ein fressendes Gift am Lebensmarke des modernen Israel. In solcher gefahrvollen Zeit muß der Wille zum Judentum und das Jntereffe an allen Vereinigungen, welche dieser Wille geschaffen hat, gefestigt und gefördert werden. Wir wollen nicht nur deutsche Staatsbürger, sondern deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens sein und bleiben. Die