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Im deutschen Reich · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. 252

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
Dr. R., Stuttgart
Date
1904-04-01
Page
252 (sequence 2)
Language
German
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252 Im vrutschen Reich, jüdische Aerzte er auf den Kriegsschauplatz senden soll. Daß die nach dem Osten gesandten jüdischen Aerzte bei der Auszahlung der Reisekosten 350 Rubel weniger als ihre christlichen Kollegen erhielten, ist von so verschiedenen Seiten berichtet worden, daß sich an dieser bedauerlichen Tatsache kaum zweifeln läßt. Sie ist aber kaum auf eine Anordnung der Regierung zurückzuführen, sondern auf die in Rußland nicht ungewöhnliche Annahme einzelner Beamten, daß sie sich den Juden gegenüber alles erlauben und die 350 Rubel als „Trinkgeld" aneignen dürfen. G. L., Karlsruhe. Im allgemeinen haben vir keinen Grund, mit dem Erfolge der Arbeit, die man als „Innere Mission" zu bezeichnen Pflegt, unzufrieden zu sein. Wenn wir Glaubensgenoffen auf irgend eine anstößige Reklame oder ein anderes Vorkommnis mit der Bitte aufmerksam machen, das Betreffende zu Unterlasten, weil es dem Vorurteile gegen die Juden im allgemeinen neue Nahrung geben könne, erhalten wir fast immer sofort die Zusicherung, daß nur eine Unbedachtsamkeit vorliege, und der gerügte Mißstand beseitigt werde. Eine unrühmliche Ausnahme macht der Inhaber eines Geschäfts in Lörrach, von dem seinerzeit berichtet wurde, daß er in einem schweizerischen Blatte angekündigt habe, „an dem badischen Buß- und Bettage sei sein Geschäft zwar von außen geschloffen, der Verkauf finde aber wie an jedem Sonntag von 11—4 Uhr nachmittags durch den Hausgang statt". Auf unsre Anfrage, ob diese Mitteilung auf Wahrheit beruhe, gestattet sich der Inhaber der bctr. Firma zu erwidern: ,Jch bedaure, mich auf nichts einzulassen; die Angelegenheit ist für mich bereits erledigt." — Für ihn mag sie wohl erledigt sein; für uns ist sie es nicht, denn wir muffen unser Bedauern darüber ' ausdrücken, daß die betreffende Firma als eine „jüdische" bezeichnet wurde. Die Mißachtung gesetzlicher Buß- und Bettage ist sicher — unjüdisch! Den Dereiusmitgtiederii geht diese Zeitschrift unentgeltlich )U. Monnementrprelr für Wcvwereinrmitglirüerr pro Ml r Marti. _Prell der Linrelnummer, so Pfennig._ Redaktions-Bureau des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdische« Glaubens: Berlin NW., Karl-Straffe Ouergcbäude. Fernsprecher Amt HI, Nr. 5767. Für die Redaktion oerantworlltch: Aiphonse Levy, Berlin. Druck von Haasenftein L Vogler N. G.. Berlin W. 6.

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