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Im deutschen Reich · 1904-04-01 · Heft 4 (April 1904) · p. 251

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
10 (1904)
Issue
Heft 4 (April 1904)
Article
G. R., Bütow
Date
1904-04-01
Page
251 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Briefkasten der Redaktion- 251 .geheimnisvolle" Affaire Licht gebracht. Das Dienstmädchen Aloisie Hantich hat sich in einem Abteil 3. Klaffe des am 19. März abends von Tabor nach Prag abgegangencn Personenzuges, wie man annimmt, aus Liebeskummer erhängt. In Lompalanka in Bulgarien (S. Seite 238 d. Hefts) begnügten sich die von Ritualmordmärchcn- Vcrbrcitern geleiteten Ruhestörer mit Plünderungen und Beiwüstungen jüdischer Häuser. Infolge des energischen Einschreitens der Behörden ist cs dort aber weder zu antisemitischen . Mordtaten noch zu Verwundungen von Juden gekommen. M. H., Königsberg i. Pr. Daß Graf Walderfee kein Antisemit war, betont auch das Hamburger „Israelitische Familienblatt", welches darauf hinweist, daß der verstorbene Feldmarschall den Prediger an der Tempclgemeinde in Hamburg, Herrn vr. Leimdörfer, im Jahre 1897 um 50 Abdrücke von dessen Rede ersuchte, um diese an die ihm untergebenen Soldaten jüdischen Bekenntnisses verteilen zu lassen. Er zeigte auch für Leimdörfcrs Buch „Psalter-Ego" und deffen Entgegnungsschrist auf die Ausführungen von Delitzsch lebhaftes Interesse und machte bei seinem Scheiden aus Hamburg dem jüdischen Prediger einen Abschiedsbesuch. Das Hamburger Familienblatt sagt: „Das hätte ein Antisemit doch nicht getan." H., Essen a. Ruhr. Tie „Staatsbürger-Zeitung" berichtete am 3. April unter der Spitzmarke „Guten Apperit", daß der jüdische Metzger Leopold Klau aus Gütersloh wegen Verkauf verdorbenen Pökelfleisches in Essen zu 1 Monat Gefängnis verurteilt worden sei. Wir drücken Ihnen für die gefällige Mitteilung, daß Klau „urgermanischer Christ" ist, unfern Dank aus. Die „Staatsbürger-Zlg." wird sich selbstverständlich zu keiner Berichtigung verstehen, da sie ihr nicht auf Grund des § II des Strafgesetzbuches ausgezwungen werden kann und aus den „Verkauf durch den Antisemitismus verdorbener Berichte" keine Strafe gefetzt ist. — Die Krösell'sche Zeitschrift „Mittelstand" knüpfte an eine Verurteilung des Fleischermeisters Israel in Hochkirch i. d. Lausitz, der krankes Vieh aus Preußen eingeschmuggelt hatte, antisemitische Bemerkungen, trotzdem es Herrn Krösell nicht unbekannt sein konnte, daß cs in der ganzen sächsischen Lausitz nicht einen einzigen jüdischen Fleischermeister gibt, daß dort aber viele Christen — insbesondere Herrnhuter — altteftamentliche Familiennamen führen! vr. R., Stuttgart. Die Mitteilung der .Rew-Aork-Times" war uns nicht unbekannt, sie schien uns aber nicht ganz zuverlässig, weil der Minister von Plehwe trotz seiner antisemitischen Gesinnung kaum dem russischen Kriegsminister vorschreiben wird, wie viele

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