Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 10 (1904)
- Issue
- Heft 4 (April 1904)
- Article
- G. S., Berlin
- Date
- 1904-04-01
- Page
- 249 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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249 Briefkasten der Redaktion. <5. S., Berlin. Wir sind zu unserem Bedauern nicht in der Lage, Ihnen Plätze zu nennen, in welchen in den letzten Jahren Synagogen im Preise von 20—30 000 Mark erbaut wurden. Vielleicht erhalten wir eine bezügliche Mitteilung aus unserem Leserkreise. A. K., Breslau. Die „Deutsche Hochwacht" registriert mit Befriedigung die Verurteilung der Kontrollbeamten des Breslauer Ortsverbandes der Bäcker-Gewerkschaft zu je einer Woche Gefängnis wegen unbefugten Betretens einer Bäckerei zur Ermittelung etwaiger gesetzwidriger Beschäftigung der Kollegen. Macht cs aber der antisemitische „Deutsch-nationale Handlungsgehilfen-Verband' etwa anders als die „organisierten Bäcker?" Was den Antisemiten recht ist, ist den Sozialdemokraten billig! Heiter ist cs aber jedensalls daß der gewerkschaftliche Terrorismus der antisemitischen „Deutschen Hochwacht" das Recht giebt zu sagen: „Es ist übrigens bezeichnend, daß gerade die Sozialdemokratie die Spionage und die Denunziation in ein förmliches System zu bringen sich bemüht." Etwa 10 Tage vorher hatte der feinfühlige „Vorwärts" lächerlicher Weise geglaubt, uns aus Anlaß der Bestrafung der „Deutschen Hochwacht" wie folgt „Anstand" predigen zu dürfen: „Die „Deutsche Hochwacht" ist ein unter Ausschluß der Ocffentlichkeit erscheinendes Blatt, dessen rabiater Ton von denen, die es zufällig in die Hände bekommen haben, gewiß herzhaft belacht worden ist. Der erwähnte jüdische Verein nimmt das Gescheite aber ernst und macht sich dadurch noch lächerlicher, als es je dem Antisemitenblatt möglich wäre. Mehr abcr noch. Das ewige Denunzieren muß auch solche Leute mit Widerwillen gegen den Verein erfüllen, die sich sonst von allem Rassenhaß frei fühlen, ja es muß nach unserm Empfinden selbst in anständigen jüdischen Kreisen Anstoß erregen.' — Es ist von uns ein Antrag auf Bestrafung der „Deutschen Hochwacht" gar nicht gestellt worden; damit werden die Bemerkungen des „Vorwärts" hinfällig, die zudem eincn Ton anschlagen, den wir als unangemessen bezeichnen müssen und der gewiß in „anständigen jüdischen Kreisen" Anstoß, erregen wird! R. St, Stettin. Th. Fontane war durchaus kein Antisemit. Das von dem „Bütower Amtsblatt" am 12. März abgedruckte Gedicht ist nicht von ihm verfaßt, sondern nur eine metrische Uebertragung einer uralten englischen Ballade, die noch aus der Zeit herrührt,